Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Glanzlichter des Schlosses Esterházy

DIE RÜCKKEHR DER SAMMLUNGEN

Edles Porzellan, schweres Tafelsilber, exotische Chinoiserie, Uhren und Kerzenleuchter mit mythischen Skulpturen aus der Götterwelt oder komfortable Sitzmöbel mit weichen Kissen… dies alles waren Must Haves der Hocharistokratie im 18. und beginnenden 19. Jahrhundert. Man Repräsentierte, zeigte, was man hatte, feierte rauschende Feste, frönte der Gartenkunst und war huldvoller Mäzen.

Die neue Sonderausstellung im Eisenstädter Schloss präsentiert nun Glanzlichter aus der Lebenswelt der Fürsten Esterházy, die als Kinder ihrer Zeit und bedeutendes Mitglied der europäischen Hocharistokratie in dieses Universum eingebunden waren:

Mit Leidenschaft und Kennerblick gesammeltes Porzellan aus Frankenthal oder ein vielteiliges Tafelservice aus Silber bezeugen die Tafel- und Festkultur am Esterházy-Hof in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, die legendär war. Die Orientierung am aktuellsten Zeitgeschmack spiegelt ein Ensemble aus französischer Pendule und Leuchterpaar aus dem Empire wider. Einen kunsthistorischen und inhaltlichen Höhepunkt der Ausstellung bildet die von Antonio Canova in Marmor verewigte Prinzessin Leopoldine Esterházy, verheiratete Fürstin von und zu Liechtenstein, umgeben von Darstellungen des englischen Landschaftsgartens ihres Vaters Nikolaus II.

Dem steten Wandel des Geschmacks der regierenden Fürstenpaare und ihrer Zeit unterworfen, bergen die Wände, Fußböden oder Türen des Eisenstädter Schlosses noch heute die alten Wandfassungen und Raumstrukturen. Für diese Ausstellung wurden nun dahingehend erstmals einige Räume umfassend beforscht und u.a. die historischen Wandgestaltungen teilweise freigelegt. Der Besucher erlebt somit nicht nur Kunstgewerbe auf höchstem Niveau sondern gleichzeitig 300 Jahre Baugeschichte des Schlosses, wie es noch nie möglich war.

Raumarchäologie und Kunstgenuss gehen in dieser Ausstellung der Esterházy Privatstiftung Hand in Hand. Sie dokumentiert die Meisterschaft von Künstlern, die Gönnerschaft und den Repräsentationszwang von Fürsten sowie die Wandelbarkeit von aristokratischen Interieurs.

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