Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Prantl Karl

Biografie:
1923 Karl Prantl wird am 5. November in Pöttsching geboren. Der Grossvater ist Bäcker und Bauer, der Vater zuerst ungarischer, dann österreichischer Beamter.
1930-45 Besuch der Volks- und Mittelschule. Arbeitsdienst. Im Krieg Soldat.
1946-52 Studium an der Akademie der bildenden Künste in Wien (Klasse von Albert Paris Gütersloh). Abschluss mit dem Diplom für Malerei.
1950 Ein Versuch, mit Studenten des von Pater Focke geleiteten „Curakreises“ einen Bauernhof zu bewirtschaften, scheitert nach einem halben Jahr. Prantl zieht sich nach Pöttsching zurück. Er beginnt in Holz und Stein zu arbeiten.
1950-51 Die ersten Skulpturen entstehen. Werkstatt im elterlichen Haus.
1953-55 Lebt in einer selbstgebauten Behausung in der Orangerie von Schloss Esterhazy in Eisenstadt.
1954 Tritt der Künstlergruppe „Der Kreis“ bei.
1955 Erste Einzelausstellung in der Neuen Galerie der Stadt Linz/Wolfgang-Gurlitt-Museum, Linz.
1956 Sechsmonatiger Studienaufenthalt in Rom. Reise nach Griechenland.
1957-58 Kleinere Gipsmodelle entstehen (die ab 1960 in Bronze gegossen werden).
1958 Erstes Atelier in Wien. Die burgenländische Landesregierung beauftragt Prantl, einen Grenzstein zu schaffen, der später in Nickelsdorf an der österreichisch-ungarischen Grenze aufgestellt wird. Der Stein entsteht im Steinbruch von St. Margarethen, Burgenland. Die Arbeit im Steinbruch lässt Prantl die Erfahrung machen, dass die Bildhauerei in freier Landschaft von anderen Gegebenheiten und Einflüssen bestimmt wird als die Arbeit in der Enge und Abgeschlossenheit des Ateliers. Diese Erfahrung will Prantl vor allem jüngeren Kollegen vermitteln.
1959 Prantl veranstaltet zusammen mit Dr. Friedrich Czagan und Heinrich Deutsch in St. Margarethen das „1. Symposion Europäischer Bildhauer“, an dem elf Bildhauer aus acht Ländern vereint teilnehmen, die während dreier Monate gemeinsam im Steinbruch arbeiten. Ab
1961 Bildhauertreffen der Symposionsteilnehmer in deren Herkunftsländern.
1961-62 Aufenthalt in Berlin. Teilnahme am Symposion, das nach der Errichtung der Berliner Mauer (13. August 1961) spontan ins Leben gerufen worden war, um dem trennenden Wall der Gewalt die verbindende humane Botschaft der Bildhauer entgegenzusetzen.
1962 Verbringt drei Monate in der Wüste Negev in Israel.
1965 Bezieht ein Atelier im Wiener Prater.
1967 Erste Reise in die USA; Einzelausstellung in der Staempfli Gallery, New York. Erhält zwei grosse Aufträge zur Ausgestaltung von Kirchen: Heiligkreuzkirche Langholzfeld, Linz und Pfarrkirche Wernstein, Oberösterreich (Grab Alfred Kubin). Der Altar der Heiligkreuzkirche in Langholzfeld, dem die Weihe versagt wird, bleibt bis 1995 verdeckt.
1968 Dreimonatiger Aufenthalt in Proctor, Vermont, USA.
1969-70 Dreimonatiger Aufenthalt in Japan anlässlich des Stahl-Symposions in Osaka.
1970 Aus Resignation über die ausbleibende Unterstützung durch Behörden Rücktritt als Obmann des Vereins „Symposion Europäischer Bildhauer St.Margarethen“.
1972 Osterreise der St. Margarethener Bildhauer nach Tirgu Jiu, Rumänien, zu Brancusis Tisch des Schweigens.
1973 Im Auftrag der Lannan Foundation, Palm Beach, Florida, USA, entstehen die Steine für Nikolaus Kopernikus.
1977-78 Viermonatiger Aufenthalt in New York.
1978 Ausbau des elterlichen Hauses in Pöttsching als Arbeits- und Wohnsitz.
1979 Stein für den Meditationsraum in der UNO-City, Wien. Austritt aus dem Verein Symposion Europäischer Bildhauer St. Margarethen.
1980 Teilnahme am International Sculptor’s Symposium in Patiala, Indien.
1981-85 Während der Sommermonate entsteht der Stein in Richisau für die Sammlung Kamm in Glarus.
1984-91 Skulpturen in der Landschaft für Anna und Gerhard Lenz in Söll, Tirol. Ab
1986 Sammlung und Aufstellung der Skulpturen am Pöttschinger Feld.
1989 Wiedereintritt in den Verein „Symposion Europäischer Bildhauer“.
1990 Bau des Atelierhauses am Pöttschinger Feld (Arch. E. Hiesmayr).
1994 Altar-Stein für die Leechkirche in Graz.
1995 Der Nürnberger Kreuzweg 1971-1991 findet seinen endgültigen Ort an der Lorenz-Kirche in Nürnberg.
2001 Neuaufstellung des Nickelsdorfer Grenzsteines (1958) bei Pöttsching.

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