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Kunst und Kultur im Burgenland

Erstes Wörterbuch für Burgenländisch

Burgenländischen Mundartausdrücken und ihrer Herkunft kann man nun mit Hilfe eines Fachwerkes auf den Grund gehen: In Eisenstadt wurde nun das “Erste Burgenländische Mundart-Wörterbuch” präsentiert.

5.000 Stichwörtern aus dem “Hianzischen”
Vertreter der Hianzischen Gesellschaft haben heute, Donnerstag, gemeinsam mit dem Verfasser Franz Hannabauer in Eisenstadt das “Erste Burgenländische Mundart-Wörterbuch” präsentiert.

Der Autor hat dazu über Jahrzehnte hinweg Mundartbegriffe gesammelt. Das Ergebnis ist ein Werk mit 5.000 Stichwörtern aus dem “Hianzischen”, die sich landesweit in verschiedensten Abwandlungen erhalten haben.

40 Jahre sammeln
Die Wurzeln seiner Sammlertätigkeit reichen schon 40 Jahre zurück, schilderte Hannabauer, der aus Oggau stammt und beruflich als Lehrer tätig war. Vor etwa 15 Jahren habe er dann begonnen, systematisch zu forschen.

Nach der Bearbeitung der Wortarten konzentrierte er sich auf einzelne Sachgebiete, in zahlreichen Gesprächen mit der Bevölkerung stieß er auf weitere überlieferte Ausdrücke.

Regionale Unterschiede
Von den rund 5.000 erfassten Begriffen fänden sich etwa 3.000 in allen Landesteilen, sagte der Autor. Wörter, die regional – beispielsweise im Mittel- oder Südburgenland – gebräuchlich waren oder sind, wurden besonders gekennzeichnet.

Es sei aber nicht möglich gewesen, alle gebräuchlichen Varianten für jedes Wort zu berücksichtigen. Oft werde schon in einzelnen Ortsteilen anders betont, manchmal sogar in Familien.

Von Hiaslagsindl bis Bauanschel
Die Ausdrücke werden auch etymologisch erklärt und zum Teil bis ins Indogermanische zurückverfolgt.

Der soziale Hintergrund sei ihm am Herzen gelegen: So sind beispielsweise auch Begriffe wie Haislagsindl (Häuslergesindel) enthalten, den wohlhabende Bauern verächtlich für Menschen mit wenig Grundbesitz verwendeten. Diese revanchierten sich wiederum mit dem Ausdruck Bauanschel (Bauernschädel).

“Praktisch alle wichtigen Mundartausdrücke”
“Praktisch alle wichtigen Mundartausdrücke sind in diesem Werk zu finden”, so der Präsident der Burgenländisch-Hianzischen Gesellschaft, Erwin Schranz. Das Wörterbuch beinhaltet auch eine Einführung in die hianzische Mundart.

Im Hinblick auf das zehnjährige Bestehen der Hianzischen Gesellschaft und das Jubiläum 85 Jahre Burgenland leiste das Buch auch einen Beitrag zur Identität des Landes.

Das Projekt wurde von der EU mit Leader-Plus-Mitteln gefördert. Eine erste Auflage von 1.000 Stück habe bereits großteils Abnehmer gefunden.

Link:
Zu beziehen ist das Buch derzeit bei der Hianzischen Gesellschaft und beim Kulturverein Oggau. Die zweite Auflage, die gegen Ende November erscheinen soll, wird dann im Buchhandel erhältlich sein.

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