Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

24. Internationale Haydntage

Festivalauftakt: Eine erfolgreiche Orchester-Residenz und ein junges Geigentalent in Paganinis Fußstapfen

Am Sonntagabend ging mit dem dritten Konzert die Orchester-Residenz des italienischen Star-Ensembles „Il Giardino Armonico“ unter der Leitung von Giovanni Antonini zu Ende. Das Ensemble eröffnete die Haydntage fulminant mit der gewohnten musikalischen Verve und begeisterte sein Publikum jeden Abend auf ´s Neue.

Drei Abende mit Vivaldi und Haydn kredenzten die Italiener bei den Haydntagen in Eisenstadt. Dabei handelte es sich um ein exquisites Menü, das solch selten gespielten Pretiosen wie eines von Haydns Konzerten für Lire organizzate (Orgelleier) oder zierliche Flötenkonzerte von Vivaldi enthielt.

Gleich am zweiten Festivaltag sorgte Adam Fischer und seine Österr.-Ung. Haydn Philharmonie für ein abermals ausverkauftes Haus, wo es mit Schuberts italienischer Ouvertüre C-Dur und Paganinis Violinkonzert h-moll „La Campanella“ südländisch blieb. Paul Kropfitsch gab mit letzterem sein Debüt bei den Internationalen Haydntagen. Der zwölfjährige
Ausnahmegeiger eroberte Herzen und Ohren im Sturm – wie könnte es bei Paganini auch anders sein…

Die Reihe der Konzertmatineen im Empiresaal eröffnete der Pianist Roland Batik. Mit Galuppi, Scarlatti, Bach und Haydn frönte der Österreicher „Haydn & Italien“ auf seinem Instrument. „Roland Batik überquert die Alpen“ ist seine Uraufführung überschrieben, die er eigens für sein Konzert bei den Haydntagen komponierte.

Ausblick – 2. Festivalwoche
Was kommt? Große Stars und Klangkörper von Weltruf bereichern die zweite Festivalwoche der 24. Internationalen Haydntag. Endlich einmal wieder eine Haydn-Oper im Haydnsaal! Noch dazu eine so kurzweilige wie „L´isolsa disabitata“… Der Haydn-Experte und ausgezeichnete Operndirigent Adam Fischer führt seine Haydn Philharmonie und die erstklassigen SängerInnen (Chen Reiss, Stephanie Houtzeel, Marlin Miller und Paul Armin Edelmann – zuhause auf den großen Opernbühnen der Welt) taktvoll durch alle operntypischen Wirren zu einem glücklichen Finale der Robinson Crusoe-gleichen Geschichte. Die konzertante Aufführung am 12. September hält alles bereit, was man sich von einem gelungen Konzertabend wünscht: exzellente Musiker und Sänger und einen grandiosen Dirigenten.

Experte trifft auf Star-Ensemble: Einen spannenden Abend mit Joseph Haydn verspricht auch der aus Kanada stammende Experte für Alte Musik, Dirigent Bernard Labadie, der das Londoner Starensemble Academy of Ancient Music am 14. September leiten wird. Labadie faszinieren die Überraschungsmomente in Haydn Kompositionen. Die Interpretation von
Haydns Werken dürfen für Labadie vieles sein, nur eins nicht: zu lieblich. Daher darf das Publikum gespannt sein, wie er Haydns Symphonien Nr. 89, Nr. 24 „Mit dem Flötensolo“ und Nr. 53 „L’imperiale“ dirigiern wird. Neben Haydn steht auch Mozarts Symphonie Nr. 10 in G-Dur auf dem Programm, die dieser auf seiner ersten Italienreise verfasst hat.

Am 15. September erwartet das Publikum ein Galakonzert der großen Stimmen und Arien: Die gefeierte Koloratursopranistin Simone Kermes hat auf der ganzen Welt jede wichtige Opernrolle gesungen und Contralto Sonia Prina schickt sich an, in ihrem Stimmfach die Welt der Oper im Sturm zu erobern. In Eisenstadt werden die beiden Sängerinnen sich stimmlich
miteinander messen, indem sie die schönsten Arien der barocken Oper und aus Haydns Feder singen. Die wunderbare Klangkulisse dieses außergewöhnlichen Konzertes liefert La Sfera Armoniosa, ein 1991 gegründetes Spezialistenensemble für Musik des 17. und 18. Jahrhunderts.

Bevor Adam Fischer den Taktstock bei den Abschlusskonzerten hebt, betreten Cellovirtuose Mischa Maisky, die Geigerin Patricia Kopatchinskaja und Claudio Osele am Pult von Le Musiche Nove das Konzertpodium bei den Haydntagen.

Information & Karten:
Haydn Festspiele Eisenstadt
Schloss Esterházy |7000 Eisenstadt
T: 02682-61866, F: 02682-61805
office@haydnfestival.at
www.haydnfestival.at
Rückfragen:
Mag.

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