Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

A Symphonic Eventing with Dee Dee Bridgewater

Dee Dee Bridgewater, eine der führenden Sängerinnen des Gegenwartsjazz, gibt sich erstmals im Burgenland die Ehre. Im Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt offeriert die Sängerin gemeinsam mit dem renommierten Tonkünstler-Orchester Niederösterreich ein wahres Konzert-Schmankerl. Der Abend bietet Klassiker von Bernstein, Ellington, Porter und Lincoln. Aber auch Nummern von Sting und John Mayer wird Bridgewater mit ihrer wandlungsfähigen Stimme zum Besten geben.

Samstag, 02. April 2016, 19.30 Uhr | Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt

Über das Konzert
Billie Holiday, Nina Simone, Abbey Lincoln, Betty Carter oder Ella Fitzgerald sind zweifelsohne die „grandes dames“ des Jazz’. Doch Dee Dee Bridgewater gilt längst als legitime Nachfolgerin dieser Größen des Genres. Kritiker bescheinigen der US-amerikanischen Sängerin und Schauspielerin sogar einen größeren Stimmumfang als ihrem Vorbild Holiday. Und eine gänzlich andere Bühnenpräsenz. Denn die heute 65-Jährige gilt als unberechenbare Naturgewalt auf den Brettern, sie witzelt, kokettiert mit ihrer Zuhörerschaft und den Musikern, sie plaudert und tanzt.

Dieses Markenzeichen, ihre wandlungsfähige Stimme gepaart mit begnadeter Bühnenpräsenz, kann man am 2. April im Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt erstmals im Burgenland live erleben und genießen. Für nur drei Konzerte gemeinsam mit dem renommierten Tonkünstler-Orchester Niederösterreich erweist sich die Entertainerin par excellence wieder einmal in Österreich die Ehre.
Der Titel „A Symphonic Evening with Dee Dee Bridgewater“ wird zum Programm, indem die Sängerin musikalische Leckerbissen u.a. von Leonard Bernstein („On the Town“), Duke Ellington („Come Sunday“), Cole Porter („Let‘s Do It, Let‘s Fall in Love“) und Abbey Lincoln („The Music is the Magic“) zum Besten gibt. Geht es um heutige Musikgrößen, zeigt Bridgewater mit Songs von Sting („Sister Moon“) und John Mayer („Stitched Up“), dass sie zurecht zu den „grandes dames“ des Jazz’ gehört.

Über Dee Dee Bridgewater
Die US-amerikanische Sängerin und Schauspielerin wurde am 27. Mai 1950 in Memphis, Tennessee, als Denise Garrett geboren. Sowohl die Großmutter als auch ihre Mutter waren als Sängerinnen und Tänzerinnen erfolgreich und hatten ihr Talent an sie weitergegeben. Schon früh zeigte Denise vokale Begabung und trat zunächst von 1966 an in lokalen Clubs als Soul- und Jazzsängerin auf. 1969 lernte sie den Trompeter Cecil Bridgewater kennen, den sie bald darauf heiratete. Um 1970 landete die junge Sängerin in New York und arbeitete sich langsam, aber stetig in die dortige Modern Jazz- und Soul-Szene hinein. Bald wurde sie von der Presse als eines der kommenden Talente gepriesen. Sie sang am Broadway in dem Musical „The Wiz“ (1975), wurde dafür mit einem Tony Award ausgezeichnet, und begann zunehmend, auch als Studiomusikerin zu reüssieren. Darüber hinaus wagte Bridgewater 1974 mit „Afro Blue“ ihr Debüt als Solo-Künstlerin – auf diesem Cover war sie erstmals – wie auch aktuell – mit Glatze zu sehen. Für „Just Family“ (1978) konnte sie bereits Stanley Clarke und den Pianisten Chick Corea als Sidemen gewinnen, im selben Jahr wurde sie beim Newport Jazz Festival von Presse und Publikum gefeiert.

Während der achtziger Jahre entwickelte sich Bridgewater zu einer viel gebuchten Künstlerin des soulig-swingenden Mainstreams. Sie ließ sich nach Erfolgen bei der Grande Parade de Jazz in Nizza 1986 in Paris nieder, machte dort durch ihre Rolle in dem Stück „Lady Day“ und in der Rolle von Billie Holiday von sich reden und schaffte den Durchbruch mit dem mehrfach preisgekrönten Album „Live in Paris“ (1986). Von da an wurde sie als tatsächliche Jazzsängerin einem großen Publikum bekannt, lernte außerdem ihren zweiten Ehemann kennen und blieb fünfzehn Jahre lang der französischen Wahlheimat treu, bis sie um 2001 in die Nähe von Las Vegas zog, um als Familienmensch ihrer Mutter nahe zu sein.

Über die Neunziger hinweg schaffte es Brigdewater, mit zahlreichen Platten ihren Ruf als klassische Jazz-Entertainerin auszubauen. „Keeping Tradition“ (1994) wurde mit dem Django D’Or ausgezeichnet, das Tribute an Horace Silver „Love And Peace“ (1995) stellte sich als Bestseller heraus und für „Dear Ella“ (1997) erhielt sie sogar einen Grammy. Mit „Live At Yoshi’s“ (2000) fasste sie eine Serie gelungener Clubauftritte von 1998 zusammen und „This Is New“ (2002) präsentierte sie als inspirierte Interpretin des Songbooks von Kurt Weill. Als Hommage an ihre Jahre in Paris nahm sie das Album „J’ai deux Amours“ (2005) auf, mit dem sich Bridgewater als swing-jazzende Chansonière in Musette-getönter Besetzung u.a. mit Akkordeon-Spezialist Marc Berthoumieux abermals auf für sie neues musikalisches Terrain wagte. Ihr jüngstes Album „Dee Dee’s Feathers“ ist eine Hommage an die Geschichte von New Orleans und erschien auch in Gedenken an Hurrikan Katrina im Jahre 2005 und an seine Opfer.
Seit 1999 engagiert sich Bridgewater zudem als UN-Botschafterin gegen den Welthunger. Ihre Tochter ist die amerikanische R&B- und Jazz-Sängerin sowie TV-Moderatorin China Moses.

Über das Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Das Tonkünstler-Orchester mit seinen drei Residenzen im Musikverein Wien, im Festspielhaus St. Pölten und in Grafenegg ist einer der größten und wichtigsten musikalischen Botschafter Österreichs und das einzige österreichische Symphonieorchester, das über drei Residenzen verfügt. Dem Chefdirigenten Andrés Orozco-Estrada folgte ab September 2015 Yutaka Sado nach, einer der bedeutendsten japanischen Dirigenten unserer Zeit. Den Kernbereich der künstlerischen Arbeit bildet das traditionelle Orchesterrepertoire von der
Klassik über die Romantik bis ins 20. Jahrhundert. Zugleich sehen die Tonkünstler in der Pflege der zeitgenössischen Musik eine ihrer vornehmsten Aufgaben. Alternative Programmwege richten sich auf die Einbeziehung von Genres wie Jazz und Weltmusik im Rahmen der „Plugged-In“-Reihe und auf Aufführungen von Werken zeitgenössischer Komponisten. Eine mehr als 60-jährige Tradition verbindet sie mit den Sonntagnachmittags-Konzerten im Wiener Musikverein. Das Festspielhaus St. Pölten wurde am 1. März 1997 von den Tonkünstlern feierlich eröffnet. In Grafenegg, wo mit dem Wolkenturm und dem Auditorium akustisch herausragende Spielstätten zur Verfügung stehen, konzertieren die Tonkünstler als Festival-Orchester.

Sein erstes Konzert gab das Wiener Tonkünstler-Orchester mit 83 Musikern im Oktober 1907 im Wiener Musikverein. Seit 1945 sind die Tonkünstler das Symphonieorchester des Landes Niederösterreich. Als erstes österreichisches Orchester richteten sie 2003 eine eigene Abteilung für Musikvermittlung (die sogenannten Tonspiele) ein.

Mit angesehenen Orchesterleitern wie Michael Schønwandt, Jun Märkl, Jeffrey Tate, Hugh Wolff, Giovanni Antonini und John Storgårds verbindet sie eine teils langjährige und freundschaftliche Zusammenarbeit. Zu den solistischen Partnern des Orchesters zählen neben anderen Renée Fleming, Joyce DiDonato, Angelika Kirchschlager, Lisa Batiashvili, Sol Gabetta, Michael Schade, Julia Fischer, Daniel Hope sowie die Pianisten Rudolf Buchbinder, Fazil Say, Kit Armstrong und Lang Lang. Als Gastsolisten für die Konzertsaison 2015/16 konnten der Oboist Albrecht Mayer und die Violinisten Augustin Hadelich, Christian Tetzlaff und Arabella Steinbacher sowie der Harfenist Xavier de Maistre verpflichtet werden.

Tourneen führten die Tonkünstler in den vergangenen Jahren nach Deutschland, Großbritannien, Spanien, Slowenien, Tschechien, in das Baltikum und wiederholt nach Japan. Im Mai 2016 ist eine dreiwöchige Japan-Tournee unter der Leitung des neuen Chefdirigenten Yutaka Sado in Vorbereitung. Zahlreiche CD-Aufnahmen spiegeln das vielseitige künstlerische Profil des Orchesters wider. Bislang aufgenommen haben die Tonkünstler u.a. Werke von Johannes Brahms, Felix Mendelssohn Bartholdy, Gustav Mahler, Leonard Bernstein, Joseph Haydn, Ludwig van Beethoven, Robert Schumann, Franz Schmidt, Steve Reich und HK Gruber.

Leave a Response

You must be logged in to post a comment.