Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Konzertkritik – REM 2005

Die Ausnahmeband R.E.M. überzeugte bei Ihrem Konzert in der Wiener Stadthalle auf der ganzen Linie.

Eines fiel dem geübten R.E.M. Konzertbesucher bereits vor Beginn auf. Die Herren aus den USA haben tatsächlich ihre Bühnendekoration geändert. Waren Michael Stipe und Co. in den letzten 15 Jahren ausschließlich mit leicht variierter Beleuchtung unterwegs, so erhellten diesmal überdimensionale Glühwürmchen die Bühne. Selbige waren auch vom Sponsor an die zahlreich erschienen Besucher verteilt worden, sodass Band und Publikum spätestens bei „Everybody hurts“ im Gleichklang leuchteten.

Michael Stipe, charismatischer Meister der angewandten Rockstarpose erschien mit provokantem Make up zum Eröffnungssong „Finest Worksong“ und machte deutlich warum R.E.M. noch immer zu den wichtigsten Bands der Welt zählen. Welch ein Wandel zum ehemals schüchternen, introvertierten Sänger, der seine Lieder jahrelang mit einem schlichten „Here`s a song“ ankündigte.

Im Gegensatz zu bemitleidenswerten Altstars wir Joe Cocker oder Tina Turner haben es die drei Könner aus Athens, Georgia nicht notwendig ein Greatest Hits Konzert abzuspulen, um Aufmerksamkeit zu erheischen. Nicht weniger als sieben Nummern des neuen Albums „Around the Sun“ bildeten das Herzstück des Konzertes. Höhepunkte waren ein fulminantes „Orange Crush“, das Anti-Bush Statement „Final Straw“, sowie die Hymne an Michael Stipes Wahlheimat „Leaving New York“.

Der Klassiker „Losing my Religion“ beendete den offiziellen Teil des Konzertes und bewies, dass er immer noch in der Lage ist, tausende Menschen in Euphorie zu versetzen. Danach setzte dann ein unterwarteter Angriff auf die verlassene Bühne ein. Das beigeisterte Publikum überschüttete den Arbeitsplatz der Band mit hunderten Leuchtstäbchen, die im Laufe der Zugaben von Michael Stipe wieder brav zurückgeworfen wurden.
Flexibilität bewies die Band, als der ursprünglich geplante Song „The Outsiders“ zugunsten des von Fans nachdrücklich mittels Transparent geforderten „Ascent of Man“ aus dem Programm gekippt wurde. Zweifellos der musikalische Höhepunkt von CD und Show.
Trotz stimmlicher Probleme von Stipe lief die Band gegen Ende nochmals zu Höchstform auf und brachte die Halle mit dem neuen Song „I’m Gonna DJ“ sowie „Man on the Moon“ zum Kochen.

Setlist:
Finest Worksong
Departure
Undertow
Animal
Boy in the Well
Electrolite
High Speed Train
Everybody Hurts
Electron Blue
7 Chinese Brothers
Leaving New York
Orange Crush
I Wanted to Be Wrong
Final Straw
Imitation of Life
The One I Love
Walk Unafraid
Losing My Religion

Encore:
What’s the Frequency Kenneth
Drive
Ascent of Man
The Great Beyond
I’m Gonna DJ
Man on the Moon

zum CD-Tipp

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