Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Architekturgalerie contemporary eröffnet am 12. Dezember in Eisenstadt

Der Architektur Raumburgenland eröffnet am 12. Dezember 2013 in Eisenstadt die Architekturgalerie contemporary.

Ab 19.00 Uhr gibt es ein come together im Innenhof, Pfarrgasse 16, 7000 Eisenstadt mit Maronibrater und Weißwein aus dem Burgenland.

Um 19.30 Uhr eröffnet der Eisenstädter Bürgermeister Mag. Thomas Steiner die Galerie contemporary. Der Obmann des Architektur Raumburgenland, Arch. DI Herbert Halbritter eröffnet die Ausstellung; danach führt der Kurator, Arch. DI Dr. Klaus-Jürgen Bauer in die Ausstellung ein.

Der Architektur Raumburgenland hat in seinem zwanzigjährigen Jubiläumsjahr nicht nur einen neuen, international agierenden Vorstand gewählt. Er hat auch endlich eine feste Bleibe gefunden. In einem historischen Stadthaus im Herzen von Eisenstadt wird am 12. Dezember die erste Ausstellung der neuen Architekturgalerie contemporary eröffnet.
Als Kurator hat der Eisenstädter Architekt und frühere Obmann des Architektur Raumburgenland Klaus-Jürgen Bauer ein sehr ambitioniertes Zweijahresprogramm für die Architekturgalerie contemporary entwickelt. Dieses umfasst aktuelle Architekturtendenzen im Burgenland und seiner Umgebung, Ausstellungen über im Burgenland agierende Architekten und Auseinandersetzungen mit Design, Material oder Energie. Die Ausstellungen werden durch Diskussionen, Vorträge, Seminare und Exkursionen ergänzt.

Die zentrale Idee der kleinen Architekturgalerie contemporary ist content: Inhalt. Anders als in der Vergangenheit wird die Galerie daher auch der Ort sein, um sich kritisch mit den baukulturellen Entwicklungen im Lande zu befassen.
Die erste Ausstellung der Architekturgalerie contemporary ist daher dem vielleicht wichtigsten Bauwerk der Moderne im Burgenland gewidmet: dem Haus Dellacher in Oberwart von Raimund Abraham (+2010). Dieses Symbol der Moderne ist vom Verfall bedroht. In der Ausstellung wird daher nicht das Haus an sich behandelt. Vielmehr soll gezeigt werden, dass Journalisten, Kritiker und nicht zuletzt der Architektur Raumburgenland selber immer wieder auf den drohenden Verlust dieses Meisterwerkes auf burgenländischen Boden hingewiesen haben. Schwarz-Weiß-Fotos des Architekturfotografen Rainer Schoditsch dokumentieren den teilweise erschütternden Zustand dieses Meisterwerks. Zur Ausstellung wird – wie zu allen folgenden Ausstellungen – ein gestalteter Katalog erscheinen. Die Ausstellung wird bis März 2014 in den Räumen der Architekturgalerie contemporary in der Pfarrgasse 16 in Eisenstadt zu sehen sein. Das Begleitprogramm wird im Newsletter angekündigt.

Der Verein Architektur Raumburgenland vermittelt seit seiner Gründung die Werte zeitgenössische Baukultur im Burgenland. Heuer feiert der Architektur Raumburgenland sein 20 jähriges Jubiläum. Hochwertige, zeitgenössische Architektur im Burgenland war vor zwanzig Jahren noch ein mehr als übersichtliches Nischenprodukt; das hat sich durchaus geändert. Daran hat die unermüdliche Vermittlungsarbeit des gemeinnützigen Vereins, der aus Architekten, Landschaftsgestaltern, Künstlern, Beamten und Architekturinteressierten besteht, einen großen Anteil. Es gibt heute eine hochwertige und international bekannte, zeitgenössische Architekturszene im Burgenland. Ein Beispiel dafür sind die Weingüter. Dieser Erfolg ermutigt den Architektur Raumburgenland, sich in seinem zwanzigsten Jahr neu zu erfinden, um auch in den nächsten zwanzig Jahren der Vermittlung von Qualitätsarchitektur im Burgenland dienen zu können.

Ausstellung:
Bedrohte Moderne Burgenland

Das Haus Dellacher von Raimund Abraham in Oberwart ist nach dem Prinzip: unbekannt im Heimatland, aber dafür big in japan – das wahrscheinlich wichtigste Haus des Burgenlandes, jedoch leider nur außerhalb des Burgenlands. Es ist nicht einfach nur ein Haus, sondern ein international bedeutendes, bekanntes und geschätztes trademark für moderne Architektur auf höchstem Niveau: das Haus als Ikone, eine fremde Feder, mit der wir uns nur zu gerne schmücken.

Leider stimmt das nicht: die Idylle ist bedroht. Das Haus steht seit längerem leer und verfällt. Abriss droht. Die eindrücklichen Schwarz- Weiß Fotos von Rainer Schoditsch geben den deprimierenden und beschämenden Ist- Zustand dieser Architekturinkunabel wieder. Die versammelten Stimmen von Journalisten und Architekturkritikern über das Haus Dellacher hingegen zeigen auf, dass es durchaus kritische Meinungen gibt, die teilweise schon seit Jahren den fahrlässigen Umgang mit diesem unwiederbringlichen Wert anklagen. Dem Architektur Raumburgenland ist seit seiner Gründung im Jahr 1993 der Wert dieses heute leider gefährdeten Hauses bewusst. Mit Exkursionen, Vorträgen und Artikeln haben wir in der Vergangenheit immer wieder darauf hingewiesen, welche große Bedeutung dieses Haus hat und welche Verpflichtung uns daraus erwächst, weil es ausgerechnet hier, in unserem Land, steht. 2014 wird ein durch den ARB gefördertes Buch über das Haus Dellacher und andere Inkunabeln der modernen Architektur im Burgenland erscheinen.

Es war uns von Anfang an klar, dass die erste Ausstellung in den neuen Räumen des Architektur Raumburgenland contemporary diesem Haus gewidmet sein soll. Vielleicht trägt diese Ausstellung dazu bei, die Zukunft dieses Meisterwerks zu sichern.

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