Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Chick Corea tourt „Solo Piano“ durch die Welt

In seiner Paraderolle als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Jazzpianisten und -komponisten pendelt Chick Corea, obendrein Wegbereiter des Jazzrocks, in der Landeshauptstadt zwischen den Stilen hin und her. Mit nur drei Österreichauftritten des stilistischen Chamäleons ein echter Konzert-Leckerbissen.

Samstag, 24. Mai, 19.30 Uhr, KUZ Eisenstadt

Zum Konzert
Noch vor ihrem Start wirft die Welttournee mit dem Titel „Solo Piano“ einen langen Schatten voraus. Die Konzertreihe, die Anfang April in Washington, D.C. startet, wird unter Kennern seiner Kunst bereits vorab als ein wahres „Muss“ gehandelt und mit Vorschusslorbeeren regelrecht überhäuft.

Sei es doch die rare Gelegenheit, Chick Corea, die Legende unter den großartigen Jazzpianisten und -komponisten schlechthin und Pionier des Jazzrocks, bei einem Soloauftritt an seinem Steckenpferd mit 88 schwarz-weißen Tasten zu erleben. Schließlich trete sein pianistisches Können in Solokonzerten am deutlichsten zu Tage, stimmt das Magazin „Stereoplay“ höchste Töne an. Hier würde der heute 72-jährige nimmer(spiel)müde US-Amerikaner, der bislang in eine Vielzahl von Genres von Avantgarde über Bebop bis Fusion eintauchte, einen Nuancenreichtum und eine Ausdrucksfülle offenbaren, die ihresgleichen suchten.

Den Begriffen rhythmische Brillanz und Fingerfertigkeit, die untrennbar mit Chick Corea verbunden sind, möchte er auf seiner „Solo Piano“-Tour außerhalb der USA auch in Japan und in ganz Europa – darunter in England, Spanien und Deutschland – hörbaren Ausdruck verleihen. Bei seinen Stopps in Österreich ist das Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt neben dem Brucknerhaus in Linz und dem Wiener Konzerthaus eine von drei ausgesuchten Spielstätten.

In Österreich wird der Sammler von Grammys – immerhin hat Corea nach fast 60-jähriger Solokarriere sage und schreibe 20 goldene Musikpreise in der Tasche – nicht nur sein 2012 erschienenes, preisgekröntes Album „Forever“ zum Besten geben. Auch zahlreiche seiner Klassiker, Jazzstandards und seine „Children`s Songs“ im unnachahmlichen Improvisationssound finden sich im Repertoire. Ein musikalischer Ausblick auf Coreas für 2014 angekündigtes neues Soloalbum „Portraits“ ist da nicht ausgeschlossen.

Über Chick Corea
Er ist Downbeat-Künstler des Jahres 2010, Mitglied der NEA Jazz Masters Fellowship, 20-facher Grammy-Gewinner, gefeierter Jazzpianist und -komponist, Wegbereiter des Jazzrocks, steht seit nahezu 60 Jahren im Rampenlicht und hat dort eine stilistische Bandbreite bedient, die von Straight-Ahead-Jazz bis Avantgarde, von Bebop bis Fusion und von Kinderliedern bis Kammermusik reicht. Auch einige ausgiebige Ausflüge in die Welt der symphonischen Musik hat der 72-jährige Musiker längst unternommen und damit seine vielen Facetten zum Funkeln gebracht.

Der Grundstein für seine außergewöhnliche Karriere und sein musikalisches Faible wurde ihm als Sohn eines Bandleaders offenbar in die Wiege gelegt. Denn der am 12. Juni 1941 als Armando Anthony Corea in Chelsea/Massachusetts geborene „Chick“ erhielt schon als Vierjähriger Klavierunterricht und setzte sich bereits im Kindesalter nicht nur mit der klassischen Musik von Beethoven und Mozart auseinander, sondern auch mit Swing, Bebop und Hard-Bop.

Ab dem Startschuss für seine Karriere 1966 und dem 1968 erschienenen Trio-Album “Now He Sings, Now He Sobs”, im Eiltempo zum absoluten Jazz-Klassiker mutiert, hat er praktisch mit allen im Jazz möglichen Besetzungen gespielt: Vom unbegleiteten Solo, mit akustischen wie elektrischen Bands bis zum 75-köpfigen Orchester im großen Konzertsaal. So geschehen mit dem Bayerischen Kammerorchester in der Wiener Staatsoper anlässlich des Mozartjahrs 2006.

Beleg seiner Kunst sind neben seinen vielen „Grammy“-gekrönten Alben auch die Kooperationen mit Jazzgrößen wie Miles Davis, Herbie Hancock, Gary Burton, Béla Fleck, Al Di Meola oder John McLaughlin und dem österreichischen Grenzüberschreiter Friedrich Gulda, mit dem er zwei Klavierkonzerte in klassischer Besetzung komponiert hat. Die Entwicklung des Jazz hat der heute 72-Jährige und Gründer der legendären All-Star-Fusion-Band “Return To Forever” oder der “Five Peace Band” maßgeblich beeinflusst. Fusion und Free Jazz, Jazzrock und Jazz-Elektronik verdanken ihm wesentliche Innovationen. Und sein Werk hat das stilistische Chamäleon noch lange nicht abgeschlossen: Sein aktuelles Album “Vigil” ist seit Ende Juni 2013 erhältlich, im heurigen Jahr soll ein weiteres Soloalbum folgen.

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