Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Der Mann mit der Kamera

16. Juni 20:00 Gloria Kino Oberwart
Dziga Vertov, Sowjetunion 1929
Musik von Len Hanak-Hammerl, Bert Preiss & Rita Skultéty (Austria/Ungarn 2012 )

Der Film
Faszinierende Bilder eines Tages in drei sowjetischen Großstädten (Odessa, Moskau, und Kiew) der späten 1920er Jahre, die… verdichtet werden zu einer idealen Stadt,dienen als Vehikel zur Kreation einer bis dahin nicht erreichten unabhängigen, reflexiven Sprache des Kinos: In Dziga Vertovs genialem Dokomentarfilmexperiment von 1929 – „Der Mann mit der Kamera“ – entsteht für das Kinopublikum mittels einer atemberaubenden Abfolge von Bildsequenzen und einer subtil narrativen, szenischen Montagetechnick ein vielschichtiges Porträt einer sich im sozialen und politischen Umbruch befindlichen russischen Gesellschaft zum hautnahen Miterleben.

In Dziga Vertov´s Worten: „Ich bin das Kino-Auge. Ich bin ein mechanisches Auge. Ich, die Maschine, zeige Euch die Welt so, wie nur ich sie sehen kann… Daran arbeiten wir, Meister des Blicks, Organisatoren des Sichtbaren … Meister der Worte und Klänge, Virtuosen der Montage des Lebens.“ Diese permanente Darstellung der Aufnahmesituation und der filmischen Konstruktion sind es, die Vertov´s – „Der Mann mit der Kamera“ – seiner Zeit voraus erscheinen lassen, und die diesen Stummfilm zu einem wahren visuellen Genuss für Cineasten macht.

Das MusiKino
Der Gedanke zur musikalischen Neuvertonung von – Der Mann mit der Kamera – und zur Veranstaltung eines weiteren MusiKinos hat eine längere Vorgeschichte. Die ersten beiden MuisiKinos fanden bereits im März und Mai 2006 im Wiener „Cabaret Renz“ mit der Kreation eines Live-Soundtracks zur Zeichentrickserie „Es war einmal der Mensch (Il était une fois… l´homme)“ ( Albert Barillé ,Frankreich 1978 ) statt. Im Dezember 2009 und Januar 2010 kam es dann im Wiener Veranstaltungslokal “ Lebemann und Hirn “ zu zwei weiteren MusiKinos, die sich der Live-Vertonung zweier Meisterwerke des Stummfilmgenres widmeten: „Man of Aran“ (Robert J.Flaherty, Irland 1934) und „Nosferatu, eine Sympfonie des Grauens“ (F.W.Murnau, Deutschland 1922). Für die musikalische Umsetzung und künstlerische Gesamtgestaltung aller 4 MusiKinos zeichneten die beiden Multiinstrumentalisten Andreas Pils und Bert Preiss verantwortlich. Schließlich kam es Ende Februar 2012 anlässlich des Abschiedsfests von Leo Tamul´s Burg Café auf Burg Schlaining zu einer weiteren Auflage des MusiKinos – diesmal in der Besetzung Len Hanak-Hammerl (E-Gitarre und Effekte) und Bert Preiss (Theremin, Keyboard, Sampler und Effekte) – in der „Der Mann mit der Kamera“ in einer ersten musikalischen Rohfassung neu vertont wurde. In weiterentwickelter und umfassenderer Besetzung und Orchestrierung mit der Multi-Perkussionistin Rita Skultéty gelangt am 16. Juni 20112 nun in Kürze nach einem Probegalopp im Blues-Rock Café Hopper ein neues MusiKino im taditionsreichen Gloria-Kino in Oberwart zur Aufführung, bei der Vertov´s Film als visuelles Kunstwerk und zugleich als akustisches Klangerlebnis gezeigt wird.

Die Musiker
Bert Preiss,gebürtiger Steirer, seit 1995 DJ in Wien, Graz, Innsbruck, München, Amsterdam, Dublin und Berlin, seit 1998 Betreiber des non-profit Soundlabels „weitweitweg productions“ (www.weitweitweg.at), 2000 Teilnahme an der Red Bull Music Academy in Dublin, danach zahlreiche Eigenkompositionen elektrischer Musik und Musikgestaltung von Theaterstücken – u.a. von „Zorn“ (Aktionstheater Ensemble, Dornbirn, Dezember 2010), seit 2008 Mitglied des Psychedelic Jam Rock Kollektivs „Freizeit!“ und Mitbegründer der gleichnamigen Clubs und monatlichen Radiosendung auf Freies Radio Salzkammergut (cba.fro.at/series/613, www.myspace.com/freizeit2000), seit 2011 Friedens- und Konfliktforscher am Friedenszentrum Burg Schlaining.

Len Hanak-Hammerl, gebürtiger Wiener und Wahlmittelburgenländer, umtriebiger musikalischer Freigeist, spielt Gitarre, singt und programmiert, Gründungsmitglied von „Freizeit!“, Tätigkeit als Musiker und Coproduzent. Gründer, Gitarrist und CoKomponist bei der Band „b-fruchten“ (später „AmorFati“), diverse Konzerte u.a. im Rahmen des Jazzfest Saalfelden 1998, Gitarrist bei der Band „Practical Joke“ (jetzt „Rosensprung“, www.myspace.com/rosensprungmusic), regelmässige Auftritte in der Wiener Clubszene.

Rita Skultéty, gebürtige Ungarin aus Györ, freischaffende Musikerin und Künstlerin, begann 1988 Schlaginstrumente zu spielen, zuvor Blockflöte und Klavier, Hochschulstudium an der Kunstuniversität Graz/Institut Oberschützen, unterrichtete von 2004 bis 2008 in Szentgotthard und leitete eine Percussions-Gruppe mit zahlreichen Auftritten in Ungarn und Österreich, seit 2007 Leiterin von Percussions-Workshops und Komponistin von Ensemble- und Solostücken für traditionelle und nicht-traditionelle Schlaginstrumente (www.ritapercussion.com).

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