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Kunst und Kultur im Burgenland

Esterházy Bücher kehren nach Eisenstadt zurück

Nach 15 Jahren des Dialogs zwischen der Esterházy Privatstiftung und den Vertretern der beiden Moskauer Bibliotheken „Russische Staatsbibliothek für ausländische Literatur M. I. Rudomino“ sowie „Öffentliche Historische Bibliothek Russlands“ gelangten nach mehr als 68 Jahren gestern Montag, 977 historische Bücher aus dem Bestand der BIBLIOTHECA ESTERHAZYANA zurück an ihren ursprünglichen Aufstellungs‐ und Verwahrungsort.

Die restituierten Bücher aus dem 16., 17. und teilweise 18. Jahrhundert wurden in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945 von sowjetischen Truppen in Eisenstadt aus dem Schloss Esterházy verbracht. Die Bücher stellen einen wesentlichen Bestandteil der historischen Bibliothek des Fürstenhauses dar. Ihr ideeller und wissenschaftlicher Wert ist nicht hoch genug einzuschätzen, ihr Rang von europäischer Bedeutung.
Die Gespräche zur Restituierung der historischen Bücher wurden bereits Ende der 1990er Jahre aufgenommen, seitdem wurde der Kontakt zu den Generaldirektoren der beiden Bibliotheken intensiviert.
Insbesondere durch die Bemühungen der Generaldirektorin Dr. Ekaterina Genieva von der Russischen Staatsbibliothek „Rudomino“ konnte der Prozess einer inhaltlichen Annäherung zwischen der Esterházy Privatstiftung und den russischen Partnern weiter getragen werden. Als Ergebnis kam es in den Folgejahren zu zwei Sonderausstellungen in Moskau und zwei Publikationen zum Thema der Geschichte und Bedeutung der Esterházy Bücher.

2007 äußerte sich Präsident Putin anlässlich eines Staatsbesuches in Österreich positiv gegenüber einer raschen Klärung der Frage der „Esterházy Bücher“. 2011 bestätigt Präsident Medjedew im Rahmen eines Staatsbesuches von Bundespräsident Fischer in Moskau den politischen Willen, die Esterházy Bücher an ihren Eigentümer zurückzugeben. Ab diesem Zeitpunkt kam es zu einem regen konstruktiven wissenschaftlichen Austausch zwischen der Abteilung Sammlung Privatstiftung Esterházy und den fachlichen Gremien der beiden Bibliotheken über die Klärung von Provenienzen der Bücher, über mögliche Abläufe im Rahmen der Rückgabe sowie zu Vorverinbarungen zur Fortsetzung einer fachlichen Kooperation nach erfolgter Übergabe in der Zukunft.

Mitte 2012 konnte die Esterházy Privatstiftung nach Monaten intensiver Gespräche eine Einigung über die zu übergebenden Bücher erzielen. Vertreter des Außenministeriums sowie der Österreichischen Botschaft in Moskau waren in allen Phasen der Gespräche mit ihrer vollen Kompetenz und Hilfe stets zur Stelle. Ebenso unterstützten stete positive Signale aus der Russischen Botschaft in Wien den
Annäherungs‐ und Einigungsprozess in den vergangenen Jahren.

Am 11. Juni 2013 wurde schlussendlich das zwischenstaatliche Abkommen zur Übergabe der 977 Bücher von Vertretern der Republik Österreich und der Russischen Föderation in Wien unterzeichnet, womit der festgelegte Ablauf in Gang gesetzt wurde. Dieser fand mit der feierlichen Unterzeichnung des Abschlussprotokolls zur Übergabe und Übernahme der Bücher am 30.09.2013 in Moskau im Beisein von Botschafterin Klestil‐Löffler und dem Stellvertretenden Kulturminister Ivliev sein positives Ende, in Folge konnten die Bücher aus der Russischen Föderation zurück nach Österreich ausgeführt werden.

Die Esterházy Privatstiftung wird die nun restituierten Bücher mit modernster Scan ‐Technik digitalisieren; die gewonnenen Daten werden den Russischen Bibliotheken vereinbarungsgemäß für den weiteren wissenschaftlichen Verkehr zur Verfügung gestellt werden, wie auch ein zukünftige Kooperation im Bereich der Bibliothekswissenschaft und Restaurierung zwischen Esterházy und den Bibliotheken in Moskau vorgesehen ist.

„Im Namen der Esterházy Privatstiftung danken wir der Russischen Föderation, den Vertretern der Russischen Behörden und der Generaldirektorin der Rudomino Bibliothek für die großzügige Geste der Restitution dieses wesentlichen Bestandes unserer Sammlungen. Der österreichischen Bundesregierung danken wir für das beharrliche Bemühen um die Ordnung dieses Themas und das Engagement auf höchster Ebene für eine der wichtigen Restitution von verbrachten Kunstgütern im zweiten Weltkrieg“, betonte GD Dr Stefan Ottrubay anlässlich der Pressekonferenz in Eisenstadt.

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