Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Landesmuseum präsentiert in Sonderschau heimische Naturjuwele

Das Burgenländische Landesmuseum beleuchtet ab 15. April in seiner Hauptausstellung „Naturjuwele“ das Burgenland als Gebiet am Schnittpunkt zweier europäischer Großlandschaften. Anhand ausgewählter charakteristischer Lebensräume zwischen Alpen und Ungarischer Tiefebene wird ein Überblick über den Artenreichtum sowie die botanischen, zoologischen und geologischen Kostbarkeiten gegeben. „Die Ausstellung ist ein Beitrag zum heuer von der UNO ausgerufenen Internationalen Jahr der Biodiversität, das der Vielfalt der Ökosysteme gewidmet ist“, erklärte Kulturlandesrat Helmut Bieler.

Sieben für das Burgenland typische Landschaften stehen entsprechend den sieben Bezirken für die verschiedenen Ökosysteme. Wie es der Untertitel der Ausstellung „Steppen, Salz- und Streuobstwiesen“ andeutet, können diese unterschiedlicher nicht sein. In Form von Kojen mit Gucklöchern kann der Besucher die folgenden Landschaftstypen erkunden: den Seewinkel mit  seinen Hutweiden, Salzsteppen und Sodalacken, den Schilfgürtel des  Neusiedler Sees als Heimat vieler Fischarten und Brutplatz von  Wasservögeln, die Streuobstwiesen als prägende Nutzlandschaft mit alten  Obstsorten und gepflegten Wiesen, die Wälder mit ihrer großen Vielfalt vom Trocken- bis zum Auwald, die Trockenrasen auf fels- und sandreichem  Untergrund mit einzigartiger Tier- und Pflanzenwelt, die Sumpfwiesen als beliebte Nahrungsgebiete von Störchen und Reihern und den Tieflandfluss Lafnitz mit seinen Mäandern, Steilufern, Sandbänken und Auen. Die Ausstellung wird vom 15. April bis 11. November im  Sonderausstellungsraum des Burgenländischen Landesmuseums zu sehen sein.

„Wir bemühen uns sehr um die landeskundliche Forschung, heuer steht die Natur im Vordergrund“, betonte Dr. Josef Tiefenbach, Abteilungsvorstand der Kulturabteilung des Landes. „Die wissenschaftliche Betreuung wurde von Dr. Josef Fally geleitet, für die Ausstellungsgestaltung war Mag. Michael Weese verantwortlich. Zur Ausstellung wird sowohl für Kinder als auch für Erwachsene ein Kulturvermittlungsprogramm unter der Leitung von Mag.  Lisa Lackner angeboten“, berichtete er weiter. „Im Burgenland stoßen sehr unterschiedliche Lebensräume aneinander. Wir haben versucht, anhand  von Beispielen die Tier- und Pflanzenarten zu präsentieren. Der  Schwerpunkt liegt auf den Kostbarkeiten und Besonderheiten des Landes.  Wir zeigen Naturjuwele, wie die Zwergohreule die Nordische  Sumpfwühlmaus oder die Moorente“, informierte Dr. Josef Fally. „Naturausstellungen sind generell schwierig, weil eine Ausstellung  grundsätzlich nie mit der Natur konkurrieren kann“, sagte  Ausstellungsgestalter Mag. Michael Weese zur Gestaltung der Schau. Man habe versucht, so Weese, mit der Ausstellung Neugierde zu wecken, um sich vertiefend auf das Thema einzulassen.

Die Ausstellung richtet sich an Erwachsene und auch Kinder, für die ein 3stufiges Führungskonzept erarbeitet wurde. „Jeden ersten Sonntag im Monat gibt es um 15 Uhr eine Mitmachführung für Familien zu wechselnden Themen“, berichtete Mag. Lisa Lackner von der Kulturvermittlung. Darüber hinaus werden mit einem Rahmenprogramm unterschiedliche Zugänge zur  Thematik Natur aufgezeigt. Dieses reicht vom Konzert „Klangjuwele“ von  Wolfgang Wograndl am 19. Mai über einen gemeinsam mit dem  Hianzenverein veranstalteten mundartlichen Themenabend mit dem Titel  „Bliamal am Roan“ am 29. Mai bis hin zu Vorträgen über Salzlacken,  Streuobstwiesen, Wälder sowie Trockenrasen, Sumpfwiesen und  Tieflandflüsse. Eine Sonderführung durch den Nationalpark Neusiedler See  am 21. August wird für Personen mit Museumseintrittskarte kostenlos durchgeführt.

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag, 9.00 bis 17.00 Uhr und Sonn- und
Feiertag, 10.00 bis 17.00 Uhr. www.burgenland.at/kultur/landesmuseum

Textquelle: BLMS

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