Neueröffnung der Landesgalerie Burgenland

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Die Landesgalerie Burgenland übersiedelte Ende November in neue Räumlichkeiten im ebenfalls neu errichteten Kultur Kongress Zentrum in Eisenstadt. Damit steht der Kunstszene eine neue Plattform mit modernster Architektur und Technik zur Verfügung. Die erste Ausstellung “Schnittpunkt Burgenland” erzählt die facettenreiche Kunstgeschichte des Landes seit 1921 und mündet 2013 in die erste permanente Schausammlung zur Kunst im Burgenland.

Die neue Landesgalerie Burgenland will mit Themen- und Personalausstellungen, aber auch Kooperationen mit anderen Ausstellungshäusern die Wurzeln des pannonischen Raumes, seine historische und zeitgenössische Verankerung im nationalen wie internationalen Kunstschaffen, sowie in aktuellen Strömungen und Positionen präsentieren.

„Die neue Landesgalerie ist ein Herzstück des neuen Hauses und versteht sich als Drehscheibe für die zeitgenössische Kunst im Burgenland. Die Kombination von Landesgalerie und Kultur Kongress Zentrum ergibt so viele Möglichkeiten, dass man diese einfach umsetzen musste. Wir wollen die daraus resultierenden Chancen den Kunst- und Kulturschaffenden anbieten, und zwar auf allen Ebenen und in allen Gattungen, ob nun Bildende Kunst, Video, Fotografie oder Projektkunst. Wir sind offen für jede Kunstrichtung und für jeden Partner. Und das wird uns hoffentlich auch auszeichnen“, skizziert Kulturlandesrat Helmut Bieler die Ausrichtung des neuen Hauses.

Im Reigen der burgenländischen Ausstellungsstandorte spielt die neu errichtete Landesgalerie nun eine zentrale Rolle. „Die Landesgalerie positioniert das Burgenland mit seiner reichen und kreativen Kunstszene in der Ausstellungswelt Österreichs und bereichert die burgenländischen Standorte, die schon jetzt erfolgreich das Land, seine Geschichte und Traditionen präsentieren. Am alten Standort der Landesgalerie, den Stallungen, ist nun der Landesgalerie Burgenland | Projektraum eingerichtet. Dort ist Raum für Kunstfestivals, die Arbeiten aus Kunst- und Kulturwettbewerben oder Ausstellungen burgenländischer KünstlerInnen.

Daneben betreibt die Kultur-Service Burgenland auch das Landesmuseum Burgenland und das Haydn-Haus Eisenstadt“, so Dr. Wolfgang Kuzmits, Geschäftsführer der Kultur-Service Burgenland.

Mit der Eröffnungsausstellung “Schnittpunkt Burgenland. Wege der Kunst ins 21. Jahrhundert” wird erstmals der Grundstein zu einer Dauerausstellung, die die Entwicklung der Kunst im Burgenland präsentiert, gelegt.

„Die Ausstellung und der Begleitband „Schnittpunkt Burgenland. Wege der Kunst ins 21. Jahrhundert“ sind ein erster Versuch, die Geschichte der Bildenden Kunst im Burgenland von den Anfängen bis zur Jetztzeit aufzuarbeiten. Mit der darauf aufbauenden Dauerausstellung erhält das Burgenland eine neue Attraktion und die Kunst eine wichtige Plattform“, so Dr. Josef Tiefenbach, Gesamtkurator und Koordinator der Eröffnungsausstellung.

Die Eröffnungsausstellung

„Schnittpunkt Burgenland. Wege der Kunst ins 21. Jahrhundert“
Sonderausstellung | 30. November – 22. Dezember 2012 und 8. Jänner – 31. März 2013
Dauerausstellung | 11. April – 20. Dezember 2013

Welche Entwicklungen gab es im Bereich der Bildenden Kunst im Burgenland seit der Gründung dieses jungen Bundeslandes? Wer waren die Fahnenträger? Wo die Zentren?

Allen diesen Fragen und noch mehr versucht die Ausstellung „Schnittpunkt Burgenland. Wege der Kunst ins 21. Jahrhundert“ nachzugehen. Beginnend mit den bereits in der Monarchie vorhandenen Spuren künstlerischen Schaffens über die Etablierung einer Bildenden Kunstszene in der Zwischenkriegszeit, die Uniformierung und Instrumentalisierung der Bildenden Kunst während der Naziherrschaft und dem Wiederaufbau des Kunstlebens im Land bis hin zur Öffnung gegenüber allen neuen Strömungen und einer modernen und innovativen zeitgenössischen Kunstszene spannt sich ein großer Bogen von Entwicklungsschritten.

Eine Kunstgeschichte des Burgenlandes seit 1921
Die Ausstellung gliedert sich in drei Abschnitte, die ident sind mit den drei wichtigsten Entwicklungsphasen. Im ersten Teil wird der Zeitabschnitt von 1921 bis 1955 beleuchtet, das Entstehen der eigenen burgenländischen Kunstszene, ihr Wachsen und ihre Vertreter.

Der zweite Teil ist dem Aufbruch in der burgenländischen Kunst in den späten 50iger, den 60iger und den 70iger Jahren gewidmet. Es ist die Zeit, in der viele bekannte Künstler von außerhalb des Landes motiviert wurden, sich im Burgenland anzusiedeln und künstlerisch zu arbeiten, die Zeit, in der viele junge burgenländische Talente in den Blickpunkt gerückt sind, die Zeit der Kunstinitiativen und Kunstexperimente, des Internationalen Bildhauersymposions in St. Margarethen, der Werkstatt Breitenbrunn, des Friedrichshof, der Rabnitztaler Malerwochen, Neumarkt an der Raab und so mancher anderer Gründungen mehr.

Der dritte Teil von 1980 bis heute zeigt die zeitgenössische burgenländische Szene im Bereich der Bildenden Kunst in ihren vielen Facetten und Ausrichtungen und mit ihren unterschiedlichen Vertretern. Der Bogen spannt sich von Malerei und Grafik über Medienkunst und Fotografie bis hin zu Installationen und Skulpturen.

Im Eingangsbereich der Ausstellung kann der Besucher diese Entwicklung der Bildenden Kunst auf einen Blick nachvollziehen. Es werden zu jedem Zeitabschnitt ausgewählte und herausragende bzw. typische Werke und Künstler in den Blickpunkt gestellt. Ambrosi, Kollmann, Elek-Eiweck und Klaudus stehen für die Zeit von 1921 bis 1955, Lehmden, Bertoni, Kumpf für die Zeit von 1955 bis 1980, Heimo Lattner mit einer Mischung von Medienkunst und Installation und Hüseyin Isik mit einer extra angefertigten Bordüre rund um eine Säule im Eingangsbereich für die Gegenwartskunst.

Neben dem Eingangsbereich befindet sich ein Medienraum, in dem einige historische Filmausschnitte zur Bildenden Kunst im Burgenland und die filmischen Porträts von 30 ausgewählten Künstlerinnen und Künstlern sowie ein Videostill der Künstlerin Billy Rois gezeigt werden.

Das KuratorInnenteam
Der erste Teil wurde inhaltlich vom burgenländischen Historiker, Kunsthistoriker und langjährigen Leiter von Landesmuseum/Landesgalerie Dr. Gerald Schlag, der zweite und der dritte Teil ineinandergreifend vom  Kulturpublizisten Dr. Günter Unger und der Kunst- und Literaturwissenschaftlerin Mag. Dr. Eva Maltrovsky betreut. Die Texte werden von Dr. Josef Tiefenbach beigesteuert, der auch für die wissenschaftliche Gesamtkoordination der Ausstellung und für die Gesamtredaktion des Begleitbandes verantwortlich zeichnet.

KünstlerInnen
Über 70 KünsterInnen werden zu sehen sein, unter ihnen Namen wie Franz Elek-Eiweck, Josef Dobrowsky, Rudolf Kedl, Karl Prantl, Wander Bertoni, Anton Lehmden, Gottfried Kumpf, Walter Pichler, Kurt Kocherscheidt, Martin Kippenberger, Josef Mikl, Fria Elfen, Wil Frenken, Sepp Laubner, Maria Hahnenkamp, Otto Muehl und viele mehr!

Begleitband: 160 Künstlerbiografien, 200 Bilder, Preis = € 35,–.
Begleittexte: Deutsch
Kulturvermittlung für Jugendliche
Die Kulturvermittlung für Jugendliche & Schulklassen „Raus aus dem Rahmen“ thematisiert sowohl die
Dauerausstellung als auch die jeweils aktuelle Sonderausstellung