Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Neuerungen ab 2017 bei den Opern- und Klassikprogrammen im Schloss Esterházy

Esterhazy hatte 2012 den Nutzungsvertrag mit dem Verein Burgenländische Haydnfestspiele bis Ende 2016 verlängert. Ziel war es, diese Zeit dafür zu nutzen, um gemeinsam ein Konzept zu entwickeln, das den Standort ganzheitlich und ganzjährig aufwertet. Statt in ruhiger und konstruktiver Weise die dazu angesprochenen Punkte gemeinsam zu behandeln, wurde Esterhazy regelmäßig von politischen Stellen, unter anderem vom Vorstandsvorsitzenden des Vereines selbst, über die Medien massiv angegriffen. Bereits zu Beginn der Verhandlungen reichten Landesvertreter Absetzungsanträge gegen die Vorstände von Esterhazy beim Firmengericht ein. Diese wurden zwar alle vom Gericht umgehend abgewiesen, allerdings trübte das Land damit ganz massiv das Gesprächsklima.

Parallel zu den anlaufenden Arbeitsgesprächen wurde das Thema der Klassik-Formate im Schloss Esterházy von den Landesvertretern auch in den politischen Landtagswahlkampf vom Mai 2015 hineingezogen und für Angriffe gegen die Vertreter der Landeshauptstadt und gegen Esterhazy missbraucht. Es gab wenige Tage vor der Wahl sogar eine Pressekonferenz der SPÖ-Eisenstadt, die primär gegen Esterhazy und den ÖVP-Bürgermeister Steiner gerichtet war, bei der mit den Haydnfestspielen politisches Kleingeld gewechselt wurde. Mehrfach unterbreitete Kooperations- und Unterstützungsangebote wurden abgelehnt und nicht einmal persönlich, sondern nur über die Medien kommentiert.

Angesichts der äußerst unerfreulichen Erfahrung der vergangenen zweieinhalb Jahre sah sich Esterhazy nun gezwungen, die Gespräche mit dem Verein zu beenden und die Nutzungsverträge über 2016 hinaus nicht zu verlängern.

„Uns war es wichtig, gemeinsam mit den Haydnfestspielen ein Konzept zu entwickeln und langfristig umzusetzen, das den gesamten Standort und die Region touristisch und somit auch wirtschaftlich aufwertet. Deshalb ist es äußerst bedauerlich, dass unsere Bemühungen, ebenso wie die Pflege der Klassischen Musik und jener von Joseph Haydn, für parteipolitische Ziele missbraucht wurden. Esterhazy sieht es als eine ihrer wesentlichen Aufgaben an, die bedeutenden Werte, die das Schloss Esterházy, die Pflege der Musik Joseph Haydns und die sich international gut entwickelnde kulturtouristische Reputation von Eisenstadt darstellen, aus der Schusslinie von lokalpolitischen Querelen herauszuhalten. Nach den Erfahrungen des Landtagswahlkampfes 2015 wurde offenbar, dass eine vernünftige Vertragserneuerung mit dem stark parteipolitisch belasteten Verein der Haydnfestspiele nicht mehr möglich war, so Karl Wessely, Sprecher von Esterhazy.

Esterhazy hat gleichzeitig entschieden, bis Ende des Jahres ein Gesamtkonzept für die Klassik- und Opernformate zu formulieren, das mit den zuständigen Verantwortlichen von Land und Stadt Eisenstadt diskutiert werden soll. Erklärtes Ziel ist es, die bedeutenden Marken, die mit Esterhazy, Joseph Haydn und Eisenstadt vorliegen, für die zukünftige Entwicklung des gehobenen und kaufkräftigen Tourismus im Land besser einzusetzen. „Wir sind überzeugt, dass man den positiven Wert einer solchen Entwicklung klar erkennen wird. Teil davon wird natürlich auch ein Konzept für das Klassik-Festival im Herbst im Schloss Esterházy sein. Aus diesem Anlass soll ein neuer, politisch unabhängiger, Trägerkreis begründet werden“, führt Stiftungsvorstand Matthias Grün aus.

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