Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Oper AIDA im Steinbruch St. Margarethen ist gesichert – Premiere am 9. Juli findet statt

• Überbrückungszahlungen werden bereits geleistet

• Mehrere drohende Nachfolgekonkurse wurden heute abgewendet

• Esterhazy und Partner präsentieren dem Gericht die Auffanglösung

• Land Burgenland entzieht sich bedauerlicherweise seiner Verantwortung

Nach der Insolvenzeröffnung über die OFS von Montag dieser Woche wurden alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die diesjährige Festspiel-Produktion AIDA in St. Margarethen zu sichern. Wie hoch die Dringlichkeit ist, zeigt ein Schreiben des bestellten Masseverwalters Mag. Erich Allinger, von Donnerstag an den Herrn Landeshauptmann und die Mitglieder der Burgenländischen Landesregierung:
„Es muss noch vor dem Wochenende eine Entscheidung gefunden werden, im Sinne der Gläubiger, sämtlicher Beteiligten an der Produktion, der Standortgemeinde, der umliegenden Gemeinden und des Landes Burgenland.“
„Es ist dringend notwendig, so der Masseverwalter weiter, in Sachen Weiterführung der Opernproduktion „Aida 2014“ eine klare Entscheidung zu treffen, da sonst Folgeinsolvenzen von Betrieben, die in wirtschaftlicher Abhängigkeit von der Durchführung der Produktion stehen, drohen.“

Dieser Brief ging an das Land – und blieb trotz klarer Fristsetzung bis jetzt ohne Antwort und Reaktion. Auch der mehrfach vom Masseverwalter gewünschte Termin beim Land konnte bislang nicht stattfinden. Bereits seit Tagen bemühen sich auch die OFS gemeinsam mit den Partnern der Auffanglösung ohne Erfolg um eine Terminvereinbarung beim zuständigen Landesrat. Umfassend informiert wurde bereits in mehreren Gesprächen vom Anwalt des Herrn Werner

und von Wolfgang Werner selbst der zuständige Landesrat und in einer ausführlichen Regierungssitzung auch Landeshauptmann Niessl.

AIDA-Produktion ist gesichert!
Die Opernfestspiele, viele Partner sowie Esterházy als Eigentümer des Steinbruchs stehen zu ihrer Verantwortung und arbeiten seit einer Woche rund um die Uhr an einer gemeinsamen Lösung: „Gemeinsam mit unseren Partnern ziehen wir an einem Strang und können heute Freitag bestätigen, die AIDA Premiere wird gespielt – wenn auch bedauerlicherweise bislang ohne Unterstützung durch das Land,“ so Direktor Karl Wessely, designierter Sprecher der neuen Auffanggesellschaft. „Wir werden die durch die Insolvenz in Probleme geratenen Betriebe bestmöglich stützen, wir werden die Arbeitsplätze für die Opernproduktion erhalten und damit den wundervollen Standort langfristig sichern“. Der Kreis der Freunde der Oper St. Margarethen hat gestern für soziale Notfälle eine Reihe von Zahlungen vorgenommen.
In den letzten Stunden hat sich Esterhazy mit seinen Partnern (u.a. Ö-Ticket), dem Masseverwalter und dem Gläubigerausschuss deshalb dahingehend verständigt, eine Auffanglösung zu initiieren. „Damit ist die Aufführung der „AIDA 2014“ definitiv gesichert“, so Wessely.
Es ist aber weiterhin völlig unverständlich, dass das Land jede Bemühung hier zu unterstützen ablehnt und die für die Produktion 2014 (AIDA) zugesagten und an einen neutralen Treuhänder bereits überwiesenen Gelder zurückgefordert und auch bereits vollständig zurückerhalten hat. Laut Anwalt von Wolfgang Werner war der Konkurs der OFS GmbH & Co. KG eine von unabhängigen Finanzexperten klar empfohlene und unabwendbare Notwendigkeit, wie die nun veröffentlichten Zahlen zeigen. Eine geordnete Insolvenz war die einzige Möglichkeit, die Produktion der AIDA zu sichern und noch größeren Schaden vom Unternehmen und allen Beteiligten abzuwenden. Dies ganz klar auch unter der Annahme, dass das Land zu seinen Zusagen stehe, und sich an der Rettung der Produktion beteiligt. Nun muss der prognostizierte Verlust der Produktion von € 1,3 Mio. von den Partnern offenbar ohne Beteiligung des Landes aufgebracht werden.

Spektakuläre AIDA 2014
Die Opernfestspiele in St. Margarethen sind zusammen mit der Operette in Mörbisch die Stütze der Festivalregion Burgenland und ein großer Wirtschaftsfaktor für das gesamte Bundesland. „Die diesjährige AIDA wird spektakulär. Schauen Sie sich die großartige Produktion im Steinbruch an“, so Robert Dornhelm, Hollywood-Regisseur der AIDA. Robert Dornhelm, wundert sich sehr: „Offensichtlich werden hier persönliche Befindlichkeiten und Klassendenken über die Sache gestellt. Der Schaden, der für die Tourismuswirtschaft des Landes durch den Wegfall der Opernfestspiele entstehen würde, wird bewusst in Kauf genommen. Das ist mehr als skandalös.“
Die Verantwortlichen sind zuversichtlich durch gut ausgewählte Künstler und ein modernes Konzept in den nächsten Jahren an alle früheren Erfolge anzuknüpfen.

Details über die heurige Produktion werden am kommenden Montag bei einem Pressegespräch mit den Verantwortlichen und Partnern dargelegt.

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