Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Theater: „Ziemlich beste Freunde“

Das Tournee-Theater THESPISKARREN erzählt den französischen und mehrfach ausgezeichneten Kinohit nach einer wahren Geschichte erfrischend, witzig wie liebevoll nach. In der Rolle des querschnittgelähmten Millionärs Philippe Pozzo di Borgo brilliert Publikumsliebling Timothy Peach.

Sonntag, 03. Mai, 19.30 Uhr, KUZ Mattersburg | Spielort Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt
Montag, 04. Mai, 19.30 Uhr, KUZ Oberschützen

Zum Stück
Der reiche, seit einem Paragliding-Unfall vom Hals abwärts gelähmte Philippe hat genug vom scheinheiligen Mitleidsgetue seiner Umwelt. Und da es keiner länger bei ihm aushält, ist er wieder einmal auf der Suche nach einem neuen Pfleger.
Da schneit der freche Ex-Häftling Driss herein, der – um Arbeitslosengeld beziehen zu können – eigentlich nur Philippes Unterschrift auf seiner Ablehnung braucht. Doch der ebenso respekt- wie furchtlose Außenseiter gefällt Philippe und so engagiert er ihn vom Fleck weg. Eine gute Entscheidung, denn die ungleichen Männer werden mit der Zeit „Ziemlich beste Freunde“ – und das nicht nur, weil Driss mit seiner unkonventionellen Art Philippes steife Entourage gehörig aufmischt. Auch Philippe eröffnet dem Underdog Driss neue Lebensperspektiven.

„Ziemlich beste Freunde“ ist ein höchst amüsanter Zusammenprall der Kulturen bzw. Mentalitäten, eine emotionsgeladene Geschichte um Liebe, neuen Lebensmut und Freundschaft.
Aus dem gleichnamigen Film von Éric Toledano und Olivier Nakache, dem französischen Überraschungs-Kino-Knüller der Saison 2011/12, hat der Schauspieler, Regisseur und Autor Gunnar Dreßler ein ebenso berührendes wie witziges Theaterstück gemacht. Den querschnittgelähmten Millionär Philippe mimt der aus Film und Fernsehen bekannte britisch-deutsche Schauspieler Timothy Peach. Den frechen Ex- Knacki Driss gibt Felix Frenken. Regie führt Gerhard Hess.

Das Bühnenwerk erzählt die tragikomischen Ereignisse leicht und liebevoll. Der Film, den allein in Frankreich 19,2 Millionen Kinozuschauer sahen, basiert auf der Autobiografie von Philippe Pozzo di Borgo, ein aus adliger Familie stammender, ehemaliger Geschäftsführers der Champagnergesellschaft Pommery. Seit einem Unfall beim Gleitschirmfliegen 1993 ist er querschnittgelähmt.

Der Kinohit hat international mehr als 20 Nominierungen und Filmpreise erhalten, darunter Nominierungen für den Oscar und den Golden Globe Award (beide in der Kategorie „Bester fremdsprachiger Film“). Omar Sy erhielt für seine Darstellung des Driss den französischen Filmpreis César in der Kategorie „Bester Hauptdarsteller“. François Cluzet wurde für seine Rolle als Philippe Pozzo di Borgo für den Europäischen Filmpreis als Bester Darsteller nominiert.

Über das Tournee-Theater THESPISKARREN
Vor über 45 Jahren, am 1.Oktober 1968, gründete Helmut Zocher, Inhaber des Besucherrings Hannover, das „Tournee–Theater THESPISKARREN (TTT)“. Benannt wurde das Theater nach dem ersten Tragödiendichter, Theaterleiter und Schauspieler in Athen, Thespis, der auf einem Theaterwagen durchs Land gezogen sein soll.

Zochers Idee war, in Zusammenarbeit mit Reinhold Rüdiger, dem langjährigen Intendanten der Landesbühne Hannover, deren Inszenierungen auf möglichst vielen deutschsprachigen Gastspielbühnen zu zeigen. Das gelang und das TTT wurde bald ein Theater-Kürzel, das zwischen Flensburg und Bozen (Südtirol) für lebenspralle, spannende, heiter-humorvolle und tragisch-dramatische Theaterabende stand. Ab Anfang der 1980er-Jahre wurden unter Michael Abeln die TTT-Spielpläne zunehmend mit Eigeninszenierungen, Koproduktionen mit festen Häusern und Gastspielen anderer Theater und Bühnen erstellt, darunter das Theater im Rathaus Essen und das Alte Schauspielhaus und die Komödie im Marquardt Stuttgart.

Zu den namhaften TTT-Schauspielerinnen zählen beispielsweise Nadja Tiller, Wolfgang Spier, Claus Biederstaedt, Karin Dor, Ilja Richter, Gunther Philipp, Grit Boettcher, Uwe Friedrichsen oder Rufus Beck. Im Jahr 2012 wurde das TTT für das Schauspiel „Rain Man“ mit dem 1. INTHEGA-Preis „NEUBERIN“ ausgezeichnet; „Die Legende vom heiligen Trinker“ war 2013 für diesen Preis der „Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen e. V.“ nominiert.

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