Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

I Stangl: „Wir Helden – Born to Be Wild“

stangl_helden_300Best of Cabaret – Abo und freier Verkauf

Freitag, 8. Oktober 2010, 19:30 Uhr, KUZ Eisenstadt

Enorm, was dieser I Stangl alles geleistet haben will: Zwentendorf verhindert, die sexuelle Revolution fast im Alleingang durchgezogen und eine 1975er Feinripp-Unterhose bis heute in Betrieb gehalten. Jetzt blickt er auf sein wildes Heldenleben zurück und riskiert einen Blick zurück auf jene Generation, die ohne Laptop, aber dafür in geschmackvollen Glockenhosen den Widerstand aus sicherer Distanz freundlich begleitet hat, die das Vierteltelefon noch kannte, für die „HC“ Heinz Conrads bedeutete, wo die Luft noch sauber war und der Sex schmutzig. Und nicht umgekehrt. In der Rolle des Veteranen aus der Generation „40 plus“ erzählt I Stangl den Ahnungslosen der Generation „40 minus“, wie man einst Politik gemacht und Geschichte geschrieben hat, blickt auf die heutige Jugend und vermisst die Ideale. Bevorzugte Getränke, Outfit und Kommunikationshilfen der „Bobos“, der bourgeoisen bohemians, werden ebenso auf den Prüfstand gestellt.
Aber I Stangl lässt nicht nur die Jugend von heute alt aussehen. Auch Menschen seiner Generation haben wenig Grund, sich entspannt zurückzulehnen. Sie finden Ihresgleichen in einem Trommelworkshop namens „Warten auf die Revolution“ wieder, werden Teil einer Rückführung in eine Walpurgisnacht, bei der man retrospektiv vielleicht doch nicht unbedingt hätte dabei sein müssen, und sie werden mehrheitlich eher als Kaffeehaustisch-Täter denn als Aktionisten dargestellt.
Gemeinsam mit Co-Autor Hannes Vogler hat I Stangl mit seinem neuen Solostück – wobei der berühmte Hit der Band Steppenwolf „Born to be wild“ als Teil des Programm-Titels gewählt wurde – eine Geschichte des etwas verklärten Blicks auf die Kampfgenossenschaft von früher zusammengestellt. In Summe ist das Programm eine augenzwinkernde Abrechnung mit der Generation X und ein heiterer Rundumschlag gegen Modelle der Jugendkultur, wobei die Selbstironie überwiegt und dadurch dem Programm die nötige Leichtigkeit verliehen wird.

Pressestimmen:
„Stangl ist ein feixender Giftzwerg, der mit Schadenfreude um sich spritzt und die Abgründe eines Humors freilegt, bei dem Witz und Bosheit eng beieinander liegen.“ (Kurier)

Karten und Informationen:

Kulturzentrum Eisenstadt
7000 Eisenstadt, Schubertplatz 6
T: 02682/64680, F: 02682/64680-13
eisenstadt@bgld-kulturzentren.at
und bei Ö-Ticket: 01/96096
Karten: VVK: € 23,- / AK: € 26,-

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