Die Kunst der Selbstbezogenheit: ALBERTINA zeigt Jakob Gasteiger

Die Ausstellung ‚Jakob Gasteiger. Post-Radikale Malerei‘ in der ALBERTINA zeigt das Oeuvre von Jakob Gasteiger aus allen bisherigen Schaffensperioden.

Das Werk des Österreichers ist durch eine besondere Reflexion des Malprozesses und der Malerei charakterisiert: „Bei ihm geht es nicht um die Darstellung des Gesehenen oder offenkundig Wahrnehmbaren. Es dominiert eine elementare Formensprache. Die Aufmerksamkeit des Betrachters wird auf die Farbe, die Struktur von Linien und die daraus entstehenden Übergänge zwischen den Räumen gelenkt. Seine Bilder erzählen keine Geschichten, sie verweisen auf nichts als sich selbst – nur die reine Selbstbezogenheit ist ihnen gemein“, beschreibt Klaus Albrecht Schröder, Generaldirektor der ALBERTINA das Werk des Künstlers.

Gasteigers Minimalismus, sein Hang zur Reduktion ohne konkrete Abbildung wirft gleichzeitig viele Fragen auf. Und doch gelingt eine besondere Harmonie zwischen den Dimensionen. Diese hohe ästhetische Kompetenz macht Jakob Gasteiger seit Jahrzehnten zu einem der wichtigsten Vertreter der heimischen Gegenwartskunst mit internationaler Bedeutung.

austellung albertina

Die Dominanz der Form
„Meine Bilder erzählen keine Geschichten, nur die ihrer eigenen Entstehung. Sie haben keine metaphysische Ebene und sie stellen nichts dar, nur sich selbst. Sie verweigern darüber hinaus jede von mir intendierte Bedeutungsebene“, so Gasteiger.

Jakob Gasteiger gilt als Vertreter der Analytischen Malerei. Er befragt in seinen Arbeiten Parameter der Malerei und thematisiert, erweitert und durchbricht dadurch die Grenzen von Graphik, Malerei und Skulptur. Farbe wird in seinem Arbeitsprozess nicht als Inhaltsgeber eingesetzt; sie ist bereits das Material per se. Sie steht im Zentrum der Untersuchung, wenn es darum geht, Grenzen von Nichtfarbe zu Farbe, von Material, Farbe und Buntheit zu erforschen.

Die umfangreichste und zugleich bekannteste Werkgruppe des Künstlers bilden seine meist monochromen Bilder mit reliefartigen Strukturen, die sich durch das Verwenden einer Kammspachtel statt eines Pinsels beim Auftragen der Farbe auf dem Bilduntergrund abbilden.

Die Ausstellung ist bis 22. August zu sehen.

Bild: Foto © ALBERTINA Wien