Landesgalerie Burgenland würdigt Harro Pirch mit Retrospektive
Anlässlich seines 85. Geburtstags widmet die Landesgalerie Burgenland dem Maler Harro Pirch eine umfassende Retrospektive. „Eine Annäherung in Bildern“ zeigt vom 29. September bis 15. November 2026 Werke aus rund 60 Jahren – von frühen Porträts und Skizzen bis zu den bekannten Landschaftsbildern des Rabnitztales.

Sechs Jahrzehnte künstlerisches Schaffen
Harro Pirch zählt zu den prägenden Künstlerpersönlichkeiten des Burgenlandes. Besonders eng verbunden ist sein Name mit den Landschaften des Mittelburgenlandes. Seine vielfach variierten Darstellungen der „Streifenfluren“ des Rabnitztales wurden zu einem charakteristischen Motiv seines Werks.
Die von Sabine Kritsch-Schmall und Manfred Leirer kuratierte Ausstellung beschränkt sich jedoch nicht auf die bekannten Landschaftsbilder. Zu sehen sind auch bislang wenig gezeigte Arbeiten aus Pirchs Studienzeit an der Akademie der bildenden Künste Wien, darunter Skizzen und Porträts. Blumenbilder, Interieurs und Arbeiten aus der Stillleben-Serie „Leergut“ erweitern den Blick auf sein Schaffen.
Auch Werke, die auf Reisen entstanden sind, sowie expressive Darstellungen spanischer Stiere sind Teil der Retrospektive. Seinen eigenen Stil bezeichnet Pirch als „abstrakten Realismus“.
55 Jahre Rabnitztaler Malerwochen
Ein eigener Teil der Ausstellung beschäftigt sich mit den Rabnitztaler Malerwochen, die Harro Pirch 1971 im Turmhaus des Esterházy’schen Kastells in Unterrabnitz gründete. Die Kulturinitiative bestand rund 55 Jahre und ging 2025 zu Ende.
In dieser Zeit kamen insgesamt 130 Kunstschaffende aus Europa, den USA und Asien nach Unterrabnitz. Zu den frühen Teilnehmern gehörten auch burgenländische Künstler wie Rudolf Klaudus und Franz Erntl. Im Kabinett der Landesgalerie werden ausgewählte Arbeiten aus den Malerwochen gezeigt.
Eine weitere Ausstellungswand ist Werken Harro Pirchs aus der Kunstsammlung des Landes Burgenland gewidmet.
Vom Kunsterzieher zum Landschaftsmaler
Harro Pirch wurde am 26. August 1941 in Frauental in der Steiermark geboren. Er studierte Malerei an der Akademie der bildenden Künste Wien bei Robin Christian Andersen und Herbert Boeckl und schloss 1966 sein Studium ab.
Als Kunsterzieher kam er ins Mittelburgenland und machte das Turmhaus in Unterrabnitz zunächst zu seinem Sommeratelier. Die Landschaft der Region wurde schließlich zu einem zentralen Thema seiner Malerei. Neben seiner künstlerischen Arbeit war Pirch unter anderem an der Landesfachschule für Keramik und Ofenbau in Stoob, an der HTL Mödling und am St. Georgs-Kolleg in Istanbul tätig.
Für sein Schaffen erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Kulturpreis des Landes Burgenland für Bildende Kunst und das Komturkreuz des Landes Burgenland.
Ausstellung in Eisenstadt
„Harro Pirch – Eine Annäherung in Bildern“ ist von 29. September bis 15. November 2026 in der Landesgalerie Burgenland am Franz-Schubert-Platz 6 in Eisenstadt zu sehen.
Die Eröffnung findet am 28. September um 19 Uhr statt. Die Landesgalerie ist Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr sowie Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.