Musikarchiv: 25 Jahre „Love and Theft“ von Bob Dylan
Am 11. September 2001 erschien Bob Dylans „Love and Theft“. 25 Jahre später erinnern wir im Kulturgericht Musikarchiv an ein Album, auf dem Dylan tief in die amerikanische Musikgeschichte eintauchte und Blues, Folk, Country, Jazz und Swing miteinander verband.
Zwölf Songs und ein Blick zurück
„Love and Theft“ folgte vier Jahre nach „Time Out of Mind“, mit dem Dylan Ende der 1990er-Jahre ein viel beachtetes Comeback gelungen war. Statt dessen düstere Atmosphäre einfach fortzuführen, wandte er sich auf dem neuen Album stärker den musikalischen Wurzeln der USA zu.
Blues, Rockabilly, Country, Jazz und Swing fließen ineinander. Zu den zwölf Songs gehören „Mississippi“, „Summer Days“, „High Water (For Charley Patton)“, „Honest with Me“ und „Tweedle Dee & Tweedle Dum“. Einige davon blieben über Jahre Teil von Dylans Live-Repertoire.
Teil einer späten Renaissance
Gemeinsam mit „Time Out of Mind“ von 1997 und „Modern Times“ von 2006 wird „Love and Theft“ häufig als Teil einer besonders starken späten Schaffensperiode Dylans betrachtet. Auch Dylans offizielle Website griff diese Einordnung später auf.
Das Album wurde zudem mit dem Grammy für das beste Contemporary Folk Album ausgezeichnet.
Ein besonderes Veröffentlichungsdatum
Der Erscheinungstag am 11. September 2001 lässt sich heute kaum losgelöst von den Terroranschlägen in den USA betrachten. Das Album selbst war lange zuvor entstanden, doch sein Veröffentlichungstag fiel mit einem der einschneidendsten Ereignisse der jüngeren amerikanischen Geschichte zusammen.
25 Jahre später steht „Love and Theft“ vor allem für Bob Dylans intensive Auseinandersetzung mit der amerikanischen Musiktradition – und für eine Phase seiner Karriere, in der er Vergangenheit und Gegenwart auf charakteristische Weise miteinander verband.