Nachgefragt bei Birgit Sauer: „Kunst und Kultur sind im Burgenland unglaublich vielfältig“

+1

Birgit Sauer ist Künstlerin und Leiterin der Landesgalerie Burgenland – zwei Rollen, die für sie untrennbar miteinander verbunden sind. Im Kulturgericht-Interview „Nachgefragt“ spricht sie über kreative Zugänge zur Museumsarbeit, nicht verwirklichte Ideen und die noch offene Zukunft ihrer Funktion nach Jänner 2027. Außerdem erzählt sie, welche Kunst sie persönlich berührt und warum im Burgenland neben etablierten Künstlerpersönlichkeiten auch junge, unbequeme und weniger bekannte Positionen mehr Raum bekommen sollten.

Birgit Sauer. Credits: Birgit Sauer/ Bildrecht Wien, 2026

Du bist Künstlerin und zugleich Leiterin der Landesgalerie Burgenland. Wie beeinflussen sich diese beiden Rollen – und gelingt es dir überhaupt, sie voneinander zu trennen?

Mein Wesen und damit auch meine Denkweise sind künstlerisch. Deswegen habe ich sicher auch manchmal andere Sichtweisen und Zugänge. Ich finde, dass bei jeder Aufgabenstellung Kreativität gefragt ist – nicht nur beim Bildermalen. Ich kann beides nicht wirklich trennen. Ich konnte bisher sehr viel aus meiner künstlerischen Praxis in die Arbeitsstruktur der Landesgalerie einbringen. Auf der anderen Seite habe ich durch meine Arbeit in der Landesgalerie wundervolle Menschen kennengelernt.

Du hast bei deinem Start in der Landesgalerie davon gesprochen, die „Reset-Taste“ zu drücken. Was hat sich seither verändert – und wohin soll sich die Landesgalerie in Zukunft entwickeln?

Die Landesgalerie Burgenland ist in ein großes Konstrukt eingebettet, also gibt es viele Beteiligte, die mitdenken bzw. schlussendlich entscheiden. Die Grundstruktur hat sich seit Beginn meiner Tätigkeit mehrmals geändert. Viele meiner Ideen konnten bisher nicht umgesetzt werden oder Umsetzungen haben sich wieder gewandelt. Wir konnten aber ein tolles, sehr vielfältiges Programm realisieren. Das freut mich. Mein Vertrag läuft mit Ende Jänner 2027 aus. Wie es dann dort genau weitergeht, ist noch nicht ganz geklärt, aber es stehen sehr spannende Ausstellungsprojekte im Raum. Ich wünsche der Landesgalerie weiterhin eine explizite künstlerische Leitung, da ich es sehr wichtig finde, dass die Institution eine Ansprechperson, ein Gesicht nach außen hat.

Kunst soll nicht nur gesehen werden, sondern etwas auslösen. Was muss Kunst für dich persönlich können – und wann berührt dich ein Werk wirklich?

Es gibt Menschen, die einfach nicht anders können – sie sind es einfach – Kunst  – von innen heraus. Dann ist alles stimmig – die Lebensweise, der Wohn- und Arbeitsbereich und die Kunst. Das berührt mich.

Zum Abschluss der Blick auf das Burgenland: Was wünschst du dir für die Zukunft von Kunst und Kultur im Burgenland?

Kunst und Kultur sind im Burgenland unglaublich vielfältig. Ich wünsche mir, dass einerseits gezeigt wird, welche herausragenden Künstlerpersönlichkeiten mit dem Burgenland verbunden sind, und dass andererseits genauso auch Randpositionen, junge, nicht etablierte oder auch herausfordernde Kunstpositionen Unterstützung und Raum bekommen.

Kulturgericht bedankt sich bei Birgit Sauer für das Gespräch.