Foo Fighters: 27 Jahre „There Is Nothing Left to Lose“ – das Album, das alles veränderte
Am 2. November 1999 veröffentlichten die Foo Fighters ihr drittes Studioalbum „There Is Nothing Left to Lose“. Mit Songs wie „Learn to Fly“, „Breakout“ und „Next Year“ schlug die Band um Dave Grohl ein neues Kapitel auf. Entstanden unter ungewöhnlich entspannten Bedingungen, wurde die Platte zu einem wichtigen Meilenstein ihrer Karriere.
Ende der 1990er-Jahre hatten sich die Foo Fighters längst vom einstigen Soloprojekt des früheren Nirvana-Schlagzeugers Dave Grohl zu einer eigenständigen Rockband entwickelt. Nach dem selbstbetitelten Debüt von 1995 und dem erfolgreichen Nachfolger „The Colour and the Shape“ von 1997 stand die Gruppe allerdings vor einer Phase der Neuorientierung.
Gitarrist Franz Stahl hatte die Band verlassen. Anstatt sofort einen Ersatz zu suchen, entschieden sich Grohl, Bassist Nate Mendel und Schlagzeuger Taylor Hawkins dafür, zunächst als Trio weiterzuarbeiten.
Diese Entscheidung sollte den Klang ihres dritten Albums entscheidend prägen.
Aufnahmen im eigenen Haus
Für „There Is Nothing Left to Lose“ verzichteten die Foo Fighters auf den üblichen Studiobetrieb. Stattdessen richteten sie sich in Dave Grohls Haus in Alexandria, Virginia, ein Aufnahmestudio ein.
Gemeinsam mit Produzent Adam Kasper entstand dort eine Platte, die bewusst Abstand vom Druck der Musikindustrie nahm. Die Musiker konnten experimentieren, ohne sich an einen strengen Studiozeitplan halten zu müssen.
Das Ergebnis war ein Album, das neben kraftvollen Gitarren auch eine deutlich melodischere, stellenweise beinahe nachdenkliche Seite der Foo Fighters zeigte.
„Learn to Fly“ wird zum Welthit
Mit „Learn to Fly“ gelang der Band einer ihrer bekanntesten Songs. Die eingängige Melodie, der optimistische Refrain und das humorvolle Musikvideo machten das Stück zu einem internationalen Erfolg.
Im Video schlüpften die Bandmitglieder in zahlreiche Rollen an Bord eines Flugzeugs. Der Clip wurde zu einem Klassiker der MTV-Ära und gewann bei der Grammy-Verleihung 2001 den Preis für das beste Musikvideo im Kurzformat.
Doch das Album hatte weit mehr zu bieten.
„Breakout“ zeigte die energiegeladene Rockseite der Gruppe, während „Next Year“ mit seinem melodischen Charakter eine andere Stimmung anschlug. Songs wie „Aurora“ und „Ain’t It the Life“ unterstrichen die musikalische Vielseitigkeit der Platte.
Gerade „Aurora“ entwickelte sich im Laufe der Jahre zu einem besonderen Stück innerhalb des Foo-Fighters-Repertoires.
Ein Grammy für das beste Rockalbum
Auch bei der Kritik und bei den Musikpreisen fand „There Is Nothing Left to Lose“ Anerkennung.
Bei der Grammy-Verleihung 2001 wurde die Platte als bestes Rockalbum ausgezeichnet. Es war der erste Grammy der Foo Fighters in dieser Kategorie.
Für die Band bedeutete das Album zugleich einen wichtigen Schritt in Richtung jener internationalen Karriere, die sie in den folgenden Jahrzehnten zu einer der erfolgreichsten Rockgruppen ihrer Generation machen sollte.
Ein Album zwischen Aufbruch und Gelassenheit
Rückblickend nimmt „There Is Nothing Left to Lose“ eine besondere Stellung in der Diskografie der Foo Fighters ein.
Die Platte entstand in einer Übergangsphase, in der die Band ihren eigenen musikalischen Weg neu definierte. Statt ausschließlich auf laute Gitarren und kompromisslose Energie zu setzen, öffnete sie sich stärker für Melodien, Atmosphäre und ruhigere Zwischentöne.
Am 2. November 2026 feiert das Album seinen 27. Geburtstag. Songs wie „Learn to Fly“, „Next Year“ und „Aurora“ erinnern bis heute an eine Zeit, in der die Foo Fighters mit vergleichsweise einfachen Mitteln einen ihrer charakteristischsten Sounds entwickelten.