Irina Scherbakowa liest in Mattersburg: Erinnerungen an Moskau und den Verlust der Freiheit

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Die russische Historikerin, Autorin und Menschenrechtsaktivistin Irina Scherbakowa ist am 3. November 2026 im Literaturhaus Mattersburg zu Gast. In ihrem Buch „Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen“ blickt die Mitgründerin der Friedensnobelpreis-Organisation Memorial auf die Umbrüche in Russland nach dem Ende der Sowjetunion zurück. Der Eintritt zur Lesung mit anschließendem Gespräch erfolgt gegen freie Spende.

Foto: Doro Zinn

Wie fühlt sich Freiheit an, wenn sie nach Jahrzehnten politischer Unterdrückung plötzlich möglich wird? Und wie kann eine Gesellschaft diese Freiheit wieder verlieren? Mit solchen Fragen beschäftigt sich Irina Scherbakowa in ihrem Buch „Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen“, das sie am Dienstag, dem 3. November, im Literaturhaus Mattersburg vorstellt.

Die Autorin schildert darin persönliche Erlebnisse aus Moskau und dem ländlichen Russland zu Beginn der 1990er-Jahre. Es war eine Zeit des politischen Aufbruchs, geprägt von neuen Möglichkeiten, aber auch von Unsicherheit. Scherbakowa beschreibt, wie unterschiedlich die Menschen mit den Veränderungen umgingen und welche Schwierigkeiten der gesellschaftliche Wandel mit sich brachte.

Zugleich zeichnet sie die Entwicklung Russlands von den Hoffnungen der frühen postsowjetischen Jahre hin zu einem zunehmend autoritären politischen System nach.

Jahrzehntelanger Einsatz für die Erinnerung

Irina Scherbakowa gehört zu den Mitgründerinnen der Menschenrechtsorganisation Memorial, die 2022 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde. Seit den frühen 1980er-Jahren beschäftigt sie sich mit der Aufarbeitung der sowjetischen Vergangenheit.

Ein wichtiger Teil ihrer Arbeit waren Gespräche mit Überlebenden des Gulag, des sowjetischen Systems von Straf- und Arbeitslagern. Mit der Dokumentation persönlicher Schicksale trug sie dazu bei, Erinnerungen an staatliche Verfolgung und Repression zu bewahren.

Im Jahr 2022 musste Scherbakowa Russland verlassen. Seither lebt sie in Berlin und Tel Aviv. Als Vorstandsvorsitzende der Exilorganisation Zukunft Memorial setzt sie ihre Arbeit für historische Erinnerung und Menschenrechte fort.

Lesung und Gespräch im Literaturhaus Mattersburg

In Mattersburg wird Scherbakowa nicht nur aus ihrem Buch lesen, sondern auch über ihre Erfahrungen und die darin behandelten historischen Entwicklungen sprechen.

Der Abend verbindet persönliche Erinnerungen mit Fragen nach dem Umgang mit Geschichte, dem Wert demokratischer Freiheiten und der Bedeutung unabhängiger Erinnerungsarbeit.

Termin und Anmeldung

Veranstaltung: Irina Scherbakowa – „Der Schlüssel würde noch passen. Moskauer Erinnerungen“
Datum: Dienstag, 3. November 2026
Beginn: 19:00 Uhr
Ort: Literaturhaus Mattersburg
Eintritt: Freie Spende
Anmeldung: Aus organisatorischen Gründen wird um Anmeldung unter lisa.schwarz@literaturhausmattersburg.at gebeten.