Kulturarchiv: Als „Die Dreigroschenoper“ Theatergeschichte schrieb

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Am 31. August 1928 wurde im Theater am Schiffbauerdamm in Berlin Bertolt Brechts „Dreigroschenoper“ mit der Musik von Kurt Weill uraufgeführt. Was nach schwierigen Proben keineswegs nach einem sicheren Erfolg aussah, entwickelte sich zu einem der größten Theaterereignisse der Weimarer Republik – und „Mackie Messer“ trat seinen Weg um die Welt an.

Bettler, Verbrecher und die feine Gesellschaft

Die „Dreigroschenoper“ basiert auf John Gays „The Beggar’s Opera“ aus dem Jahr 1728 und entstand unter Mitarbeit von Elisabeth Hauptmann. Brecht verlegte die Handlung zwar in die Londoner Unterwelt, zielte mit seiner Satire aber auf die bürgerlich-kapitalistische Gesellschaft seiner eigenen Zeit.

Im Mittelpunkt stehen der Bettlerunternehmer Jonathan Peachum und der Verbrecher Macheath, besser bekannt als Mackie Messer. Die Grenzen zwischen respektabler Gesellschaft, Geschäft und Kriminalität verschwimmen dabei zunehmend.

Brecht wollte sein Publikum nicht einfach in einer Bühnenillusion versinken lassen. Im Sinne seines epischen Theaters sollte es Abstand gewinnen, beobachten und über die gesellschaftlichen Verhältnisse nachdenken. Kurt Weill verband dazu Elemente aus Jazz und Unterhaltungsmusik mit Opern- und Kirchenmusik.

Ein Erfolg, der zunächst keiner war

Dabei stand die Premiere unter keinem guten Stern. Die Entstehung verlief hektisch, die Proben waren von Schwierigkeiten und Umbesetzungen geprägt. Noch am Premierentag wurde gearbeitet.

Auch am Abend selbst sprang der Funke offenbar nicht sofort über. Erst im Verlauf der Vorstellung änderte sich die Stimmung. Besonders der „Kanonensong“ trug dazu bei, das Publikum für das ungewöhnliche Stück zu gewinnen. Aus der unsicheren Premiere wurde schließlich ein Triumph.

In den Hauptrollen der Uraufführung waren unter anderem Harald Paulsen als Macheath, Erich Ponto als Peachum und Roma Bahn als Polly zu sehen. Regie führte Erich Engel, das Bühnenbild stammte von Caspar Neher.

Mackie Messer wird zum Welterfolg

Vor allem die Songs trugen den Ruhm der „Dreigroschenoper“ weit über das Theater hinaus. Die „Moritat von Mackie Messer“ wurde zu einem der bekanntesten Lieder des 20. Jahrhunderts und später von zahlreichen internationalen Künstler:innen interpretiert.

Die „Dreigroschenoper“ selbst entwickelte sich zum größten Theatererfolg der 1920er-Jahre. Bereits wenige Monate nach der Berliner Premiere wurde das Stück an zahlreichen Bühnen gespielt; bis 1933 war es in 18 Sprachen übersetzt. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde das Werk verboten.

Fast ein Jahrhundert nach der Uraufführung gehören die „Dreigroschenoper“, Mackie Messer und Kurt Weills Musik längst zur Theater- und Musikgeschichte.

Am 31. August 1928 begann dieser Erfolg mit einem Vorhang, der sich im Berliner Theater am Schiffbauerdamm zum ersten Mal für die „Dreigroschenoper“ öffnete.