Linzer Klangwolke 2026: Zwischen Untergang und Neubeginn
Die Linzer Klangwolke widmet sich 2026 den großen Krisen und Fragen unserer Zeit. Unter dem Titel „ATTheENDLinz“ verwandelt sich die Donaulände am 12. September in eine poetische Landschaft zwischen Untergang und Neubeginn. Erstmals wird das Großereignis von einer ganzen Klangwolkenwoche begleitet, die Linz zum Resonanzraum für Musik, Literatur, Film und Kunst macht.
Sind wir am Ende angelangt – oder kann aus dem Ende etwas Neues entstehen? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Linzer Klangwolke 2026. Krieg, Klimakrise und gesellschaftliche Spaltung bilden den Ausgangspunkt für „ATTheENDLinz“, das am 12. September ab 20.30 Uhr an der Donaulände zu erleben ist.
Regisseur Felix Breisach setzt dabei nicht auf die beruhigende Vorstellung, dass am Ende ohnehin alles gut werde. Vielmehr soll sich das Publikum mit der Frage auseinandersetzen, was Menschen angesichts von Krisen mit Resilienz, Lernfähigkeit und dem Glauben an die eigenen Möglichkeiten bewirken können.
Bruckner, Beatles und neue Klangwelten
Musikalisch spannt die Klangwolke einen weiten Bogen. Werke des Linzer Komponisten Anton Bruckner treffen auf Musik der Beatles und eigens für „ATTheENDLinz“ geschaffene Kompositionen.
Mit dabei sind das Bruckner Orchester Linz unter der Leitung von Markus Poschner, die St. Florianer Sängerknaben und Bariton Rafael Fingerlos. Flora Marlene Geißelbrecht verbindet gemeinsam mit Klangkünstler Arthur Fussy historische und zeitgenössische Klangwelten.
Eine zentrale Rolle übernimmt auch die Autorin und Bachmann-Preisträgerin Natascha Gangl. Ihre Texte sollen sich wie ein zweiter Klangteppich durch den Abend ziehen. Gangl versteht ihre sprachlichen Interventionen als „poetische Form des Widerstands gegen ein Verstummen“.
Für die visuellen Ebenen zeichnen Markus Cermak und Tom Pohanka verantwortlich, das Lichtdesign stammt von Manfred Nikitser. Marissa Munderloh übernimmt die Produktion.
Erstmals eine ganze Klangwolkenwoche
Neu ist 2026 die Ausdehnung der Klangwolke auf mehrere Tage. Bereits vor dem eigentlichen Höhepunkt am 12. September beschäftigt sich ein kostenloses Programm an unterschiedlichen Orten in Linz mit Endlichkeit, Krise und Neubeginn.
Den Auftakt macht am 4. September die Klassische Klangwolke. Riccardo Chailly dirigiert die Filarmonica della Scala, auf dem Programm stehen Tschaikowskis 4. Symphonie und Rachmaninoffs 4. Klavierkonzert. Solist ist Alexander Malofeev. Das Konzert im Brucknerhaus wird auch unter freiem Himmel im Donaupark übertragen.
Am 6. September folgt die Kinder Klangwolke „Sun & Bun auf der Suche nach dem Glück“. Der Donaupark wird dabei zum Erlebnisraum für Familien und Kinder ab vier Jahren.
Kunst, Literatur und Diskussion in der ganzen Stadt
Von 7. bis 11. September zieht sich die Klangwolkenwoche schließlich durch Linz. In der Alten Kassenhalle des Brucknerhauses beschäftigt sich die Ausstellung „Letzte Dinge“ mit persönlichen Erinnerungen. Besucherinnen und Besucher können dafür auch eigene Erinnerungsstücke mitbringen.
Das StifterHaus widmet sich unter dem Titel „Adalbert Stifter und die Endlichkeit“ dem Schriftsteller und lässt täglich Passagen aus „Ein Gang durch die Katakomben“ erklingen. Filmvorführungen von „Smoke and Mirrors“ und „Entangled Atlas“ ergänzen das Programm.
Am 7. September diskutieren der Intendant der Wiener Festwochen, Milo Rau, und die Journalistin Renata Schmidtkunz im Brucknerhaus. Zwei Tage später wird beim „SoundPark“ von Brucknerhaus Linz und Ars Electronica der Weg vom Lentos zum Brucknerhaus zur Klangbühne für elektronische Musik.
Auch der Linzer Hauptplatz wird Teil des Programms: Die partizipative Kunstaktion „Flood the Zone with Courage“ lädt von 9. bis 13. September zum Mitmachen und Diskutieren ein.
Das Ende als Anfang
Den Abschluss und Höhepunkt bildet am 12. September um 20.30 Uhr „ATTheENDLinz“ an der Donaulände. Die Linzer Klangwolke will dabei nicht nur ein großes Open-Air-Spektakel sein, sondern Musik, Sprache und Bilder zu einer Auseinandersetzung mit den Krisen der Gegenwart verbinden.
Der Eintritt zu den Veranstaltungen der Klangwolkenwoche ist kostenlos.