Tanz, Kunst und Design: Internationales Symposium im MAK
Wie beeinflussen sich Tanz, bildende Kunst und Design gegenseitig? Und welche Rolle spielen Körper, Mode, Emanzipation und Technologie dabei? Diesen Fragen widmet sich das internationale Symposium „Tanz – Kunst – Design“ am 17. und 18. September 2026 im MAK in Wien.
Anlass ist die Ausstellung „VALLY WIESELTHIER. Bild und Ton“. Ausgehend von Wieselthiers ikonischen Darstellungen von Tänzerinnen spannt die Tagung einen Bogen vom frühen 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Renommierte Expertinnen und Experten aus Kunstgeschichte, Tanzwissenschaft und kuratorischer Praxis untersuchen dabei die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen den Disziplinen.
Das Symposium wurde vom MAK – Museum für angewandte Kunst gemeinsam mit der Universität für angewandte Kunst Wien konzipiert.

MAK, WI 1819
© MAK/Branislav Djordjevic
Der befreite Körper der Moderne
Der erste thematische Schwerpunkt steht unter dem Titel „Aus der Reihe tanzen. Der befreite Körper zwischen Kunst, Emanzipation und Politik in der Moderne“.
Im Zentrum steht die Frage, wie Tanz und Design seit 1900 aufeinander reagierten und welche Impulse aus der bildenden Kunst kamen. Dabei geht es unter anderem um die Emanzipation der Frauen, die europäische Rezeption des Orientalismus und die Bedeutung der Sexualitätsforschung für die Entwicklung des modernen Tanzes.
Auch die Wiener Werkstätte spielt eine Rolle. Anne-Katrin Rossberg vom MAK beschäftigt sich mit dem Tanz rund um die Wiener Werkstätte, während Elana Shapira von der Universität für angewandte Kunst Wien Vally Wieselthier, Gertrud Bodenwieser und Hilde Holger unter dem Titel „The Rebel Salomes“ zusammenführt.
Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit dem modernen Tänzer Joachim von Seewitz, Tanzkostümen von Nyota Inyoka sowie mit Kunst, Tanz, Design und Geschlechterrollen bei den Bauhaus-Festen.
Von Pina Bausch bis Issey Miyake
Am Nachmittag des zweiten Symposiumstages richtet sich der Blick stärker auf die jüngere Vergangenheit und Gegenwart.
Unter dem Titel „Tanz im Wandel: Der zukünftige Körper zwischen Mythologie, Anthropologie und Technologie“ stehen Kooperationen zwischen Choreografie, Kunst und Modedesign sowie die Veränderungen unseres Verständnisses vom menschlichen Körper im Mittelpunkt.
Natalie Ginsberg widmet sich Martha Graham und Isamu Noguchis „Cave of the Heart“ aus dem Jahr 1946. Gabriele Klein untersucht die materiale Ästhetik im Werk von Pina Bausch.
Eine weitere Verbindung von Tanz und Mode beleuchtet Tamara Tomic-Vajagic anhand der Arbeiten des Choreografen William Forsythe und des japanischen Modedesigners Issey Miyake.
Mit einem Blick in die Zukunft endet das Symposium: Emanuel Gollob von der Kunstuniversität Linz spricht über Performativität in Begegnungen zwischen Mensch und Roboter.
Auftakt mit Vally Wieselthier und internationaler Keynote
Bereits am Donnerstag, 17. September, führt Anne-Katrin Rossberg um 15.30 Uhr durch die Ausstellung „VALLY WIESELTHIER. Bild und Ton“.
Um 16.45 Uhr folgt die Keynote der New Yorker Kuratorin Patricia Mears. Unter dem Titel „From a Muse to a Woman of Style: How the Ballerina Danced Her Way into Modernity“ beschäftigt sie sich mit der Rolle der Ballerina auf dem Weg in die Moderne.
Das eigentliche Tagungsprogramm beginnt am Freitag um 10 Uhr mit der Eröffnung durch MAK-Generaldirektorin Lilli Hollein und Ulrike Kuch, Rektorin der Universität für angewandte Kunst Wien.
Tanz als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen
Das Symposium versteht Tanz damit nicht isoliert als Bühnenkunst. Vielmehr wird der Körper zum Ausgangspunkt für Fragen nach gesellschaftlicher Veränderung, Geschlechterrollen, Politik, Mode und technologischem Fortschritt.
Gerade die Verbindung historischer Positionen mit zeitgenössischen Fragestellungen zeigt, wie stark sich Vorstellungen vom Körper im Laufe des vergangenen Jahrhunderts verändert haben – und wie eng Tanz, Kunst und Design dabei miteinander verbunden sind.
Termin
Tanz – Kunst – Design
Internationales Symposium anlässlich der Ausstellung „VALLY WIESELTHIER. Bild und Ton“
17. und 18. September 2026
MAK Vortragssaal
Stubenring 5, 1010 Wien
Die Teilnahme ist nach Anmeldung kostenlos. Die Anmeldung gilt für beide Veranstaltungstage.