Picasso und Bacon im Dialog: Was es bedeutet, Mensch zu sein
Zwei der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts treffen in der großen Herbstausstellung der ALBERTINA aufeinander: „Picasso – Bacon. What It Feels Like to Be Human“ stellt rund 70 Schlüsselwerke von Pablo Picasso und Francis Bacon gegenüber. Die Schau ist von 18. September 2026 bis 31. Jänner 2027 in Wien zu sehen.
Pablo Picasso und Francis Bacon haben die Darstellung des Menschen im 20. Jahrhundert entscheidend geprägt. Die ALBERTINA widmet den beiden Künstlern im Herbst eine großangelegte Ausstellung und rückt dabei nicht nur Gemeinsamkeiten ihrer Werke, sondern auch Picassos Bedeutung für Bacons künstlerische Entwicklung in den Mittelpunkt.

Mutter und Kind (Studie zu Guernica), 1937
130 × 195 cm, Öl auf Leinwand
Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía © Succession Picasso / Bildrecht, Wien 2026
Für Bacon war Picasso Vorbild und Vaterfigur zugleich. Unter dem Eindruck von dessen Arbeiten fasste er den Entschluss, selbst Maler zu werden. Die Auseinandersetzung mit Picasso sollte ihn ein Leben lang begleiten. Bacon wollte für die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts jene Rolle einnehmen, die Picasso für dessen erste Hälfte innehatte: die eines Chronisten des Menschseins und seiner Widersprüche.
Der menschliche Körper als Schauplatz
Im Zentrum beider Bildwelten steht der Mensch. Picasso und Bacon zerlegen Körper, setzen sie neu zusammen, verzerren und verwandeln sie. Dabei entstehen Bilder von Schmerz und Begierde, Verletzlichkeit und existenzieller Bedrohung.
Die Ausstellung verfolgt diese Parallelen anhand wiederkehrender Motive. Kreuzigungen und Schreie gehören ebenso dazu wie Stierkampf, Akte und die „Tränen des Eros“. Der Körper wird bei beiden Künstlern zum Schauplatz menschlicher Erfahrungen und innerer Konflikte.
Obwohl der Einfluss vor allem von Picasso auf Bacon ausging, blieb die Aufmerksamkeit nicht einseitig. Picasso verfolgte laut ALBERTINA auch die Karriere des jüngeren britischen Malers.
Rund 70 Werke aus internationalen Sammlungen
Für „Picasso – Bacon. What It Feels Like to Be Human“ bringt die ALBERTINA rund 70 Schlüsselwerke aus internationalen Museen und Privatsammlungen zusammen. Die Leihgaben kommen unter anderem aus Chicago, Mexico-City, London, Paris und Stockholm.
Durch die direkte Gegenüberstellung sollen die Verbindungen zwischen den beiden Künstlern ebenso sichtbar werden wie ihre unterschiedlichen Antworten auf eine zentrale Frage: Wie lässt sich das Menschsein mit all seinen Brüchen, Ängsten und Begierden darstellen?
„Picasso – Bacon. What It Feels Like to Be Human“ ist von 18. September 2026 bis 31. Jänner 2027 in der ALBERTINA in Wien zu sehen.