Bauen ausdrücklich erlaubt: Das MAK wird zum Spielplatz für Architektur
Was haben Holz, Metall, Gummi und sogar „Milchstein“ mit Architektur zu tun? Im MAK in Wien lässt sich das ab 7. Oktober nicht nur anschauen, sondern teilweise auch selbst ausprobieren. Die Ausstellung „ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990“ widmet sich hundert Jahren Baukasten-Geschichte – lange bevor Lego die Kinderzimmer eroberte.
Rund 70 historische Architekturbaukästen aus den Jahren 1890 bis 1990 zeigen, wie unterschiedlich früher gebaut wurde. Ausgangspunkt ist die rund 150 Objekte umfassende Privatsammlung des Grafikers Claus Krieger.

© Sammlung Claus Krieger
Dabei waren die Möglichkeiten einst erstaunlich vielfältig. Allein im deutschen Sprachraum produzierten zwischen 1880 und 1960 rund 900 Unternehmen Bauspielsysteme. Verwendet wurden künstliche Ziegelsteine, Holz und Metall, aber auch heute ungewöhnlich wirkende Materialien wie Galalith oder Kautschuk.
Anschauen allein reicht nicht
Das MAK macht aus der Ausstellung bewusst eine Mitspielausstellung für Kinder ab vier Jahren und Erwachsene. An acht Stationen können unterschiedliche Bausysteme ausprobiert werden. Historische Originalsteine ausgewählter Kästen wurden dafür sogar vergrößert nachgebaut.
Ein besonderer Blickfang wartet in der Säulenhalle: eine 3,2 Meter hohe Kathedrale aus mehr als 4.000 Filzbausteinen.
Die Ausstellung zeigt zugleich, dass Baukästen immer auch etwas über ihre Zeit erzählen. Von reich geschmückter Gründerzeit-Architektur über die Moderne der 1920er Jahre bis zu Plattenbauten der DDR spiegelten die kleinen Bausteine wider, was draußen im großen Maßstab gebaut wurde.
Und wer nach Holz, Stein und Filz noch nicht genug hat, kann mit einer VR-Brille zusätzlich in eine virtuelle Modellwelt eintauchen.
ARCHITEKTURBAUKÄSTEN 1890–1990 – Die große Mitspielausstellung
7. Oktober 2026 bis 14. März 2027
MAK – Museum für angewandte Kunst
Stubenring 5, 1010 Wien
Eröffnung: 6. Oktober 2026, 19 Uhr – Eintritt zur Eröffnung frei
Öffnungszeiten: Dienstag 10–21 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10–18 Uhr
Eintritt: frei für Kinder und Jugendliche unter 19 Jahren
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