Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Restaurierung der Wandmalerei im Haydn-Haus

Bereits zum dritten Mal waren die Restauratoren rund um Rudolfine Seeber in Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt am Werk, um die originalen Wandmalereien aus Joseph Haydns Lebenszeit freizulegen und sie in „alter“ Frische aufleuchten zu lassen. Somit endet ein 15-jähriges Projekt um den Zauber der Musikergedenkstätte „Haydn-Haus“ erstrahlen zu lassen.

Das Haydn-Haus Eisenstadt ist das ehemalige Wohnhaus des großen Komponisten und damit ein historischer und authentischer Schauplatz. Joseph Haydn erwarb das barocke Haus 1766 als fürstlicher Kapellmeister am Esterházyschen Hof und bewohnte es mit seiner Frau Maria Anna Theresia zwölf Jahre lang. Der genius loci wird durch die Darstellung der original historischen Wandmalereien Joseph Haydns, die originalen Möbeln aus der „Haydnzeit“ und durch ausgewählte Ausstellungsobjekte für die BesucherInnen in einer gut bürgerlichen Darstellungsform versprüht.
So liegt der Schwerpunkt des Hauses in der unmittelbaren Erlebbarkeit des originalen Wohnambientes Haydns, als auch der dichten Atmosphäre eines barocken Bürgerhauses, das dennoch darüber hinaus auch als Museum mit wertvollen Exponaten zu erleben ist. Hier fühlen sich die Gäste zurückversetzt in die Zeit des Barock und die Lebenswelt des Komponisten, hier lebte er, hier komponierte er.

„Das Haydn-Haus Eisenstadt, ein Juwel der burgenländischen Kulturgeschichte, zeigt mit dem Saisonstart 2018 neue freigelegte Wandmalereien, die auf beeindruckende Weise in die Haydn-Zeit zurückversetzen. Mit dem Abschluss der Restaurierungsarbeiten im Haydn-Haus ist es gelungen, ein wesentliches Herzstück der Haydn-Pflege noch authentischer präsentieren und den Gästen einen gut bürgerlichen Eindruck eines großen Komponisten vermitteln zu können,“ freut sich Kulturlandesrat Mag. Hans Peter Doskozil.

Restaurierungen von 2003-2018

Bereits 2003/04 wurde die ehemalige Küche Joseph Haydns von Mitarbeitern der Kultur-Service Burgenland GmbH – nach vorheriger Besichtigung einiger gut bürgerlicher Referenzküchen in Sopron – gebaut und nach Haydns Geschmack nachgestellt. Dazu wurden historische Holzpfosten in den Küchenbau verarbeitet, Naturbodensteine verlegt und der Ofenabzug nachgebaut, um dem Haydn’schen Leben nachzuempfinden. Und so nahm die Gestaltung der weiteren Räume seinen Lauf.

Anlässlich des Haydn-Jubiläumsjahres 2009, rund um die Ausstellung „Phänomen Haydn“, wurde die erste Restaurierung von Wandmalereien im Haydn-Haus vorgenommen und so erstrahlte Haydns Schlafzimmer im schlichten Streifendesign. Es handelt sich hierbei um eine freihändig gezogene Malerei in Form eines Streifenrapports in der Art einer gemalten Tapete, wie sie auch für andere Räume des Obergeschosses nachzuweisen ist.

Um für das Liszt-Jubiläumsjahr 2011 den geeigneten Rahmen für die Ausstellung „Lisztomania 2011“ zu schaffen, nutzte man die Winterpause davor um einen weiteren Raum in seiner Wandfassung der Haydn-Zeit wiederherzustellen. In Kooperation mit dem Bundesdenkmalamt hat die Restauratorin Rudolfine Seeber unter 27 Farbschichten erneut eine tapetenartige Wandbemalung freigelegt. Es handelt sich hierbei um eine Dekorationsmalerei aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts mit typischen formalen Elementen des Barockklassizismus.

„Haydns Klavierzimmer“

Mit dem Saisonstart 2018 im Haydn-Haus folgt nun der Abschluss eines besonderen Großprojektes. Im Zuge der letzten Restaurierung über die Wintermonate 2017/18 wurde die Original-Wandmalerei im Klavierzimmer Joseph Haydns, in der die Dauerausstellung „Haydn bürgerlich“ zu sehen ist, freigelegt.
Diese Malerei war am besten erhalten von allen bisher restaurierten Zimmern. Gut die Hälfte des Raumes war freizulegen, die andere Hälfte wurde durch den Brand im Jahre 1776 teilweise zerstört.
26 Farbschichten musste die Restauratorin Mag. Rudolfine Seeber mit ihrem Team in feinster Arbeitsmanier freilegen, bis die originalen Ausmalungen aus der Haydnzeit zum Vorschein kamen. Unter diesen dicken Paketen von jüngeren Wandfassungen konnte die nun wiederhergestellte Ausmalung in schichtweiser Abtragung den Jahren zugeordnet werden, in denen Haydn tatsächlich das Haus bewohnte. Das schlichte Streifendesign kennt man aus Haydns Schlafzimmer und Wohnzimmer, die bereits in den Jahren 2009 und 2011 freigelegt und restauriert wurden.

„Aus Sicht der Geschäftsführung freut es mich besonders, ein so langes Projekt mit der Restaurierung der Wandmalereien in Joseph Haydns Klavierzimmer zu Ende führen zu dürfen. Mit diesem Abschluss kann Haydns Wohnhaus als authentischer Schauplatz aus dem bürgerlichen Leben und Schaffen Joseph Haydns wahrgenommen und erlebt werden,“ so Geschäftsführer der Kultur-Betriebe Burgenland Dr. Wolfgang Kuzmits.

Nach Abschluss der Arbeiten wird dieser in seiner authentischen Wirkung nun deutlich aufgewertete Raum wieder der Dauerausstellung über Joseph Haydn gewidmet sein.

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