Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Eine Familiensaga „Jenseits von Eden“

Nach dem gleichnamigen Roman von John Steinbeck

Mit der Bühnenfassung des Klassikers aus der Feder des US-amerikanischen Nobelpreisträgers thematisiert das deutsche Tournee-Theater EURO-STUDIO Landgraf das biblische Kain-Thema und damit die Abgründe der menschlichen Seele als Quelle allen Übels. In der Geschichte über um Vaterliebe konkurrierende Brüder wirken u.a. Jochen Horst, Carsten Klemm und Iris Boss mit.

Freitag, 28. November 2014, 19.30 Uhr, KUZ Güssing
Samstag, 29. November, 2014, 19.30 Uhr, KUZ Eisenstadt

Über die Romanvorlage
Die Schicksale von zwei Generationen der Familie Trask werden im Roman „Jenseits von Eden“ (im englischen Original „East of Eden“) von John Steinbeck (1902-1968) vom Teufelskreis des biblischen Kain-Themas beherrscht. Der Literatur-Nobelpreisträger, der weltweit zu den meistgelesenen US-amerikanischen Autoren gehört, beschreibt in seinem Kultwerk ein allgemein gültiges und allgemein menschliches Thema, das immer aktuell und immer universell sein wird: Wohin entwickelt sich der Mensch – zum Guten oder zum Bösen? Hierzu verlegte er den Schauplatz aus dem Alten Testament nach Kalifornien, die Familiensaga spielt von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. Der Roman erschien im Jahre 1952.

Zur Handlung
Eifersüchtig darauf, dass sein Vater Cyrus Trask seinen Bruder Adam ihm vorzieht, versucht Charles diesen zu töten. Nur knapp dem Mordanschlag seines Bruders entkommen, flüchtet Adam in den Militärdienst und kehrt nach Jahren an die Farm und somit zu Charles zurück. Dank der Erbschaft ihres Vaters führen beide ein finanziell sorgenfreies Leben. Dann tritt Cathy Ames auf den Plan. Steinbeck beschreibt sie als dämonische Frau mit einer Veranlagung fürs Böse, die für ihren Vorteil alles einsetzt – auch ihren Körper. Adam heiratet die intrigante Frau, sie werden Eltern zweier Söhne.

In der nachfolgenden Generation ist es Caleb, der verzweifelt um die Liebe und Achtung seines Vaters Adam kämpft und letztlich den Tod seines Zwillingsbruders Aron verschuldet, indem er ihm das wahre Schicksal seiner totgeglaubten Mutter Cathy verrät. Sie hatte die Familie früh verlassen und bis zu ihrem Selbstmord in einem Bordell gearbeitet. Im Wissen um die wahre Geschichte seiner Mutter, flüchtet auch Aron in den Militärdienst und fällt. Der geerbte Kain-Fluch hat auch ihn getroffen. Als sein Vater Adam von der Todesnachricht erfährt, erleidet er einen Schlaganfall.

Eng verwoben mit dieser Geschichte ist der zweite Handlungsstrang des Werks, das Schicksal der ebenfalls aus Irland eingewanderten Familie Hamilton. Darin hat Steinbeck die Geschichte seiner eigenen Familie mütterlicherseits verarbeitet, Samuel Hamilton war sein Großvater.

Die Familiensaga des Nobelpreisträgers John Steinbeck besticht durch die unerbittliche, dramaturgische Strenge der Figurenkonstellation. Im Gegensatz zu Elia Kazans gleichnamigem Kultfilm (1955) mit James Dean als Caleb, der sich allein auf den Schlussteil beschränkt und vierfach für einen Oscar nominiert wurde, beginnt die Theateradaption der vielgespielten deutschen Autorin Ulrike Syha mit dem ersten Buch des Romans. Unter der beim Publikum wie bei Kritikern umjubelten Regie von Alexander Schilling schlüpfen Jochen Horst, Carsten Klemm, Iris Boss, Helge Gutbrod, Alice von Lindenau, Lukas Hötzel, Benjamin Kernen und Thomas Martin in die insgesamt 21 Rollen.

Über das Ensemble
Mit einem Liederabend, den der damals 30-jährige Journalist Ernst Landgraf 1945, ein halbes Jahr nach Kriegsende, in Titisee-Neustadt im Schwarzwald veranstaltete, begann die Geschichte der Konzertdirektion Landgraf. Schon bald – und daraufhin für viele Jahrzehnte – vertrat Landgraf u.a. auch die Wiener Sängerknaben.
1957 wurde das Programm der Konzertdirektion um Ballettproduktionen erweitert, in den 1960er-Jahren kamen Schauspielproduktionen hinzu. Die erste Produktion, Henrik Ibsens „Gespenster“ (1960), war mit Schauspielern des Wiener Burgtheaters besetzt. Es folgten zahlreiche Bühnenproduktionen mit Größen wie etwa Attila Hörbiger, Christiane Hörbiger, Ewald Balser, Käthe Gold, Joachim Fuchsberger, Inge Meysel, Will Quadflieg, Walter Giller und Nadja Tiller. 1964/65 erschien erstmals der Name „EURO-STUDIO“, unter dem die Theater-Eigenproduktionen der Konzertdirektion Landgraf bekannt sind.

1974 übernahm Joachim Landgraf, der Sohn des Gründers, die Leitung des Unternehmens. 1975 wurden Musiktheater mit Opern, Operetten und Musicals auf Tournee geschickt. Längst zum umfangreichen Tourneetheaterbetrieb angewachsen, gehören Stücke von Alan Ayckbourn, Jean-Paul Sartre und Gerhart Hauptmann, aber auch die der neueren deutschsprachigen Autoren wie Siegfried Lenz, Martin Walser, Heinrich Böll und Peter Turrini zum ständigen Repertoire.

Das EURO-STUDIO Landgraf konnte bis 2011 dreizehn 1. Preise der Interessengemeinschaft der Städte mit Theatergastspielen (INTHEGA) gewinnen, außerdem wurde das Unternehmen mit jeweils drei INTHEGA-Preisen in den Sparten Musiktheater und Crossover ausgezeichnet

Mit einem vielfältigen Angeboten aus Musical, Crossover, Tanz, Akrobatik, Entertainment, Klassisches Ballett, Modern Dance, Stepptanz, Konzert und Chanson feiert die Konzertdirektion Landgraf ab der Saison 2015/16 ihr 70-jähriges Bestandsjubiläum.

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