Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Ein Volcksꞌ Lied für alle

Die neue Sonderausstellung Ein Volcksꞌ Lied für alle hat Joseph Haydns populärstes Werk, das so genannte Kaiserlied, zum Thema.

Joseph Haydn wirkte von 1761 bis 1803 als Hofmusiker, Kapellmeister und Komponist für das Haus Esterházy. Seit 2009 ist dieser kunstreichen Epoche im Schloss Esterházy in Eisenstadt unter dem Titel Haydn explosiv. Musik aus revolutionären Zeiten eine Dauerausstellung gewidmet, die nun um ein neues Kapitel erweitert wird. Im Zentrum steht das Volcksꞌ Lied, das Haydn 1797 als Auftragswerk auf den Text „Gott! erhalte Franz den Kaiser“ komponierte. Übersetzt in die verschiedenen Sprachen der Donaumonarchie diente es bis 1918 als Volkshymne; für kurze Zeit auch als Hymne der ersten Republik Österreichs.

Ein Volcksꞌ Lied für alle beleuchtet einerseits den staatspolitischen Kontext – die textliche Anlehnung an die britische Hymne God save great Georg our king von 1745 und ihr patriotisches Gegengewicht zum französischen Schlachtgesang der Marseillaise von 1792. Andererseits hebt es den besonderen Volkslied-Charakter der Melodie und damit Haydns Rekurs auf ländlich-natürliche, multiethnische Musiktraditionen hervor. Ebenfalls behandelt wird die Weiterverwendung der Melodie in einem kroatischen Volkslied und als Nationalhymne in Deutschland.

Zu sehen sind historische Dokumente und ungewöhnliche zeitgenössische Kunstwerke, die Haydns unsterbliche Melodie umkreisen.

Konzept: Vitus Weh
Teilnehmende KünstlerInnen: Verena Dengler, Nezaket Ekici, Thomas Hörl / Jakob Lena Knebl, Sabine Jelinek, Helmut & Johanna Kandl, Christoph Meier

Esterházy und die zeitgenössische Kunst
Die Förderung zeitgenössischer Kunst ist eine Weiterführung der bis ins 19. Jahrhundert praktizierten mäzenatischen Tätigkeit von Esterházy. Mit Vitus Weh hat Esterházy seit kurzem einen kuratorischen Berater an der Seite, der in der internationalen zeitgenössischen Kunstszene gut verankert ist. Mit seinem neuen Fokus auf themen-, orts- und kontextspezifische Auftragswerke greift man eine alte Tradition des Hauses in zeitgenössischer Form wieder auf.

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