Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Gerhard Tötschinger | Concilium musicum Wien Le Nozze Di Figaro | moderiertes Konzert

Mozarts Oper „Le Nozze Di Figaro“ wirkt auch in der Fassung für Streichquartett und besonders in einer prominent moderierten Variante. Den Beweis treten das Ensemble Concilium musicum Wien und Prof. Gerhard Tötschinger beim Zyklus „musik | konzert | erlebnis“ an.

Donnerstag, 26. Februar 2016, 19.30 Uhr | Kultur Kongress Zentrum Eisenstadt

Zum Konzert
Ein weiterer Hörgenuss bietet der Zyklus „musik | konzert | erlebnis“: In der beinahe unbekannten Fassung für Streichquartett gibt das Concilium musicum Wien auf Originalinstrumenten Wolfgang Amadeus Mozarts Oper „Le Nozze di Figaro“ zum Besten. Um 1800 für den allgemeinen Gebrauch und die umfangreichere Verbreitung entstanden, vermag diese Version auch heute noch mit überraschendem Charme zu überzeugen und bietet somit eine Bereicherung zum Quartettschaffen Mozarts.

Apropos Bereicherung: Schauspieler und Autor Gerhard Tötschinger führt mit anschaulichen Texten durch das Libretto von Lorenzo da Ponte und lässt somit ein Stückchen vergessener europäischer Opernkultur des frühen 19. Jahrhunderts im frühen 21. Jahrhundert wiedererstehen.

Über Prof. Gerhard Tötschinger
Gerhard Tötschinger wurde 1946 in Wien geboren, wo er das Akademische Gymnasium in Wien besuchte und 1965 maturierte. Ein Studium der Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte brach er nach kurzer Zeit ab und nahm stattdessen Schauspielunterricht bei Zdenko Kestranek und Gesangsunterricht bei Arthur Karg-Bebenburg. Sein Debüt als Schauspieler gab Tötschinger 1966 bei den Sommerspielen Burg Liechtenstein an der Seite von Gerhard Dorfer und Herwig Seeböck, danach spielte er auf verschiedenen deutschsprachigen Bühnen, z. B. im Volkstheater Wien.

Ab 1973 übte er leitende Funktionen in verschiedenen Kulturinstitutionen aus: Er war Intendant des Theaters im Burgenland (1973–1977), Oberspielleiter des Stadttheaters Klagenfurt (1977– 1981), Intendant des Festes in Hellbrunn-Salzburg (1982–1994), künstlerischer Leiter des Festivals Arteuropa Todi/Umbrien (1994–1999) sowie Intendant der Sommerspiele Perchtoldsdorf (1999–2001). Daneben verfasste er ein umfangreiches schriftstellerisches Werk, seine Publikationsliste umfasst heute rund 40 selbständig erschienene Bücher (u.a. „Franz Liszt. Vom Dorf in die Welt.“; er war als freier Regisseur tätig, gestaltete Dokumentationen (z. B. über seine Lebensgefährtin Christiane Hörbiger) und arbeitete an mehreren TV-Serien mit, in denen er auch als Moderator in Erscheinung trat (z. B. im „Quiz in Rot-Weiß-Rot“).

Tötschinger profilierte sich zudem als gesellschaftspolitisch engagierte Persönlichkeit und war zwischenzeitlich auch parteipolitisch aktiv: 2010 kandidierte er für die ÖVP bei der Wiener Gemeinderatswahl. Er widmete sich zudem früh dem Denkmalschutz und war Mitglied des ORFPublikumsrats und ORF-Stiftungsrats (für den ihn der Seniorenbund nominierte) und gehört aktuell dem Kulturbeirat von ORF III an.
Über das Concilium musicum Wien

Das Concilium musicum Wien wurde im Jahre 1982 von Paul und Christoph Angerer gegründet, um Werke des 18. Jahrhunderts auf Originalinstrumenten zu musizieren. Heute ist die Formation für sein umfangreiches musikalisches Spektrum – von Musik der Barockzeit bis hin zur Tanzmusik des 19. Jahrhunderts – bekannt. Es bringt wertvolle Musik aus den Archiven zum Klingen, führt Musik von zu Unrecht vergessenen Komponisten auf und rückt selten gespielte Werke der großen Klassiker wieder ins rechte Licht. Das Ensemble musiziert auf historisch-originalen und authentischen Instrumenten aus der Zeit von 1700 bis ins späte 19. Jahrhundert.

Das Concilium musicum Wien tritt weltweit in unterschiedlichen Besetzungen auf – vom Duo über Kammermusikensemble bis hin zum großen Orchester. In den mehr als 30 Jahren seines Bestehens absolvierte das Kollektiv mehr als 3500 Auftritte in über 800 Städten: Von L’Aquila bis Zürich, von Bayeux bis Xian. Allein in Wien ist es in 59 verschiedenen Räumlichkeiten aufgetreten und hat 670 Werke von 310 Komponisten geboten, darunter allein 150 Werke von Joseph Haydn, 62 von Johann Michael Haydn und 175 Werke von Wolfgang Amadeus Mozart.

Besondere Konzertereignisse waren u.a. die Welturaufführung der Oper „La Corona“ von Christoph Willibald Gluck im Schloss Schönbrunn in Wien, Konzerte bei den Dresdner Musikfestspielen und beim Prager Frühling, die Aufführung von Haydns Oratorium „Die sieben letzten Worte des Erlösers am Kreuze“ am Ort der Uraufführung in Cádiz/Spanien, ein Konzert in der Carnegie-Hall in New York, Konzerte bei den Internationalen Haydn Festspielen in Eisenstadt, eine fünfwöchige Konzertreise durch China und Südostasien, als erstes europäisches Ensemble Konzerte in Libyen, ein Konzert im Königlichen Schloss in Stockholm sowie Orchesterkonzerte im Gewandhaus in Leipzig und in der Semperoper.
Rundfunk-und Fernsehaufnahmen sowie zahlreiche Tonträgerproduktionen dokumentieren ebenso das vielfältige Repertoire des Concilium musicum Wien.

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