Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Burgenland tanzt: Symposium und Ausstellung zum Jahr der Volkskultur 2010

Am 19. und 20. Februar findet im Haus der Volkskultur in Oberschützen ein Symposium zum Thema „Tanz im Spiegel gesellschaftlichen Wandels“ statt. Gleichzeitig wird die Ausstellung TANZ[lust] des Museumsvereins Oberschützen mit einer bunten Auswahl unterschiedlichster Details und Geschichten aus dem großen Themenbereich Tanzen eröffnet. Diese Auswahl wird in vier Themenblöcke mit den Titeln TANZmusik, TANZkleid, TANZtrieb und TANZstil unterteilt. „In diesem Kulturjahr geht es vor allem um die rhythmische Bewegung, doch wollen wir auch die Wissenschaft nicht zu kurz kommen lassen. Das Angebot des Projekts ‚Burgenland tanzt’ soll Körper und Geist gleichermaßen fordern“, erklärte Kulturlandesrat Helmut Bieler.

Als österreichischer Nationaltanz hat der Wiener Walzer die ganze Welt erobert. Dessen Hauptrepräsentant Johann Strauß wird als Walzerkönig verehrt und nimmt es an weltweiter Bekanntheit mit Mozart und vielleicht auch mit den Beatles auf. Was hat zu der ungeheuren Popularität dieses Tanzes im Dreivierteltakt geführt, wo liegen seine Wurzeln und warum war gerade Wien das Zentrum seiner Erfolgsgeschichte?
Diesen Fragen stellt sich das Symposium, zu dem das Burgenländische Volksliedwerk namhafte Referenten eingeladen hat. Ausgehend vom Begriff der „Nation“ wird erstmals eine musikalische Definiton des „Deutschen Tanzes“ versucht, der als Vorläufer des Wiener Walzers gilt. Der alles überlagernden höfischen Kultur werden nationale und individuellere Kulturformen gegenüber gestellt. Am Beispiel des Tanzes heißt das, das höfische und komplizierte Menuett hat ausgespielt, an seine Stelle treten Tänze, die von freier Partnerwahl, körperlicher Nähe, Ausgelassenheit, ja Wildheit gekennzeichnet sind. Ähnliches geschieht in Ungarn mit dem Csardás, der ebenfalls im Lauf des 19. Jahrhunderts zum ungarischen Nationaltanz hochstilisiert wird.
Welche Rolle der Tanz im Hinblick auf die gesellschafts-politische Geschichte spielt, darauf versucht das Symposium Antworten zu finden; wobei neben der Theorie auch viel Zeit für Tanzpraxis und das Ausprobieren von Stilformen zur Verfügung steht.
„Zum Symposium sind alle Interessierten ab 15.00 Uhr herzlich willkommen. Die Ausstellung ist bis Ende März in Oberschützen zu besichtigen und geht danach auf Wanderschaft ins Landesmuseum und in burgenländische Schulen“, gab Bieler bekannt.

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