Voluminöse Kleider zwischen Himmel und Erde – Glanzvolle Details bei „Tosca“ in der Oper im Steinbruch

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Wenn Leidenschaft in Tragödie umschlägt, entfaltet Puccinis Meisterwerk seine ganze emotionale Wucht. Mit „Tosca“ kehrt ab dem 15. Juli eine der beliebtesten Opern der Welt in den Steinbruch St. Margarethen zurück, wo die visuellen Welten der Inszenierung hinter den Kulissen bereits in die finale Phase gehen. Bis zum 22. August sorgt nicht nur der Gesang des Cavaradossi für leuchtende Augen, sondern auch die 271 von Giuseppe Palella in Mailand gefertigten Bühnenbekleidungen. Es sind oft die Details, die den Unterschied machen. Die Kostüme spielen hierbei eine zentrale Rolle: Sie machen Charaktere sichtbar, verstärken Emotionen und übersetzen die Inszenierung in eine kraftvolle visuelle Sprache, die das Publikum unmittelbar in den Bann zieht.

Einfach engelsgleich – nicht von dieser Welt

Der Auftritt der Tosca wird mit einer neun Meter langen Schleppe aus weißen Blumen kraftvoll verstärkt, wenn sie auf ihren Gegenspieler Scarpia trifft. Dessen neapolitanischer Mantel in tiefdunklen Tönen spiegelt all die Qualen und die Gewalt wider, die von seiner Leidenschaft für Tosca angetrieben werden.

Im Kontrast dazu stehen die Kostüme Angelottis, dessen zerschlissene Kleidung die schwierige politische Lage widerspiegelt. Auch die Gewänder des Sagrestano und des Theatiners, die sich Angelotti entgegenstellen, unterstreichen die visuelle Erzählkraft der Inszenierung. Ihre religiösen Gewänder, so schlicht sie auch sind, werden zu einem sichtbaren Ausdruck ihrer Rolle und ihres Selbstverständnisses.

In Tosca erzählt jedes Detail eine Geschichte – dazu gehören auch die Kostüme. Giuseppe Palella schafft es, den Figuren eine unverwechselbare visuelle Identität zu verleihen und ihre Emotionen sichtbar zu machen. Gemeinsam mit der imposanten Kulisse des Steinbruchs entsteht so ein Opernerlebnis, das weit über die Bühne hinauswirkt“, so Daniel Serafin, Intendant der Oper im Steinbruch.  

Kinder in Weiß und Gold erscheinen wie himmlische Wesen und setzen visuelle Akzente innerhalb der opulenten Bildsprache der Inszenierung. Als Cherubim sind sie in äußerst feminine und opulente Gewänder gehüllt, die ihre zerbrechliche Leichtigkeit symbolisieren und einen bewussten Kontrast zu den herrschenden, königlichen Figuren bilden. Mit ihren zurückhaltenden Farben heben sich die Darstellerinnen und Darsteller deutlich vom farbenprächtigen Bühnenbild von Thaddeus Strassberger  ab.

Von der Vision bis zur Anprobe

Für Giuseppe Palella ist es bereits die dritte Umsetzung eines Kostümbildes im Steinbruch in St. Margarethen. Nach „Turandot“ im Jahr 2021 und „Aida“ im Sommer 2024 ist er nun für die prachtvolle Garderobe der Inszenierung von Puccinis Melodrama „Tosca“ verantwortlich.
Die Arbeit an den Kostümen begann bereits vier Monate vor der Premiere. Mit einem Besuch der Schauplätze in Rom konnte Palella tief in die Welt von „Tosca“ eintauchen. Dabei griff der Designer auch auf Inspirationen aus Originalzeichnungen der Uraufführung im Jahr 1900 aus dem römischen Opernarchiv zurück. Das Stück spielt im neapolitanischen Italien um 1800.

Meine Kostüme für Tosca verbinden die dramatische Opulenz des Barocks mit einer realistischen Detailtreue. Sie sind nicht nur prachtvoll, sondern auch historisch fundiert und helfen dabei, die Figuren glaubhaft in ihrer Zeit zu verankern“, so Giuseppe Palella.

Toscas neue Gewänder

Seit mehr als 70 Jahren werden in der Kostümwerkstatt „Casa d’Arte Fiore“ in Mailand Bühnenkleider gefertigt – unter anderem für die Arena di Verona, Zürich, Monte Carlo, Tokio und das Burgenland. Ihre Hallen dienen als Fundus für zahlreiche Stoffe, Stickereien und Gewandelemente. Durch das behutsame Upcycling entstehen einzigartige neue Kostüme, die handwerkliche Tradition mit zeitgemäßer Ressourcenschonung verbinden. Palellas Kreationen orientieren sich an historischer Authentizität und setzen gleichzeitig auf die funkelnden Akzente von Glassteinen, Glitzer und Perlen.

Ein weiteres perfekt abgestimmtes Ensemble bilden Tischlerei, Schlosserei, Bildhauerei und Bühnenmalerei. Sie übersetzen die kühnsten Visionen in die felsige Realität des Steinbruchs. Es ist genau diese handwerkliche und technische Exzellenz, die es „Tosca“ ermöglicht, ihren berühmten Schritt ins Schicksal vor einer Kulisse zu wagen, die an Realismus und Wucht ihresgleichen sucht.

Die Nachfrage steigt

Schon Wochen vor der Premiere zeichnet sich eine hohe Nachfrage nach den Vorstellungen im Juli ab. Das große Publikumsinteresse, insbesondere für die Vorstellungen an Freitagen und Samstagen, unterstreicht die Vorfreude auf Puccinis Meisterwerk in der spektakulären Kulisse des Steinbruchs St. Margarethen. Wer „Tosca“ erleben möchte, sollte sich daher rechtzeitig seinen Wunschtermin sichern.

Tickets und Termine

Tickets für „Tosca“ im Steinbruch St. Margarethen können im Ticketbüro pan.event unter T + 43 2682 65 0 65 oder per E-Mail: tickets@panevent.at gebucht werden. Weitere Informationen finden Sie unter www.operimsteinbruch.at.

Termine & Informationen
Premiere: 15. Juli 2026
Weitere Termine:
16., 17., 18., 23., 24., 25., 26., 29., 30. und 31. Juli 2026
1., 5., 6., 7., 8., 13., 14., 15., 16., 19., 20., 21. und 22. August 2026
 

Beginn Juli: 20.30 Uhr, Einlass ab 18.30 Uhr
Beginn August: 20.00 Uhr, Einlass ab 18.00 Uhr
Dauer: ca. 2,45 Std. inkl. Pause
Preise: € 29 bis € 185