Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Konzertkritik – Nuke Festival 2009

Szenenwechsel

Die Premiere des Nuke Festivals in Wiesen geriet zum Triumph.

Das üppige Lineup des von St. Pölten nach Wiesen übersiedelten Festivals hatte bereits Großes erwarten lassen, der Auftritt von Jan Delay und Co. übertraf die hochgesteckten Erwartungen jedoch bei weitem.

Der Thermostat zeigte bereits 33 Grad Celsius im Schatten als Calexico die Bühne betreten und das bereits zahlreiche Publikum im Nu in Tanzstimmung versetzten. Ihre unwiderstehliche Mischung aus Indie-Rock und Mariachi Klängen bereitete die Fans perfekt auf das vor, was noch kommen sollte.

Die wuchtigen Beats von Basement Jaxx benötigen zwei Songs um das Publikum zu packen, aber dann war die Verbindung hergestellt und die Briten begeisterten mit einem Set wie aus einem Guß. Erstaunlich war nicht nur der stimmliche Auftritt ihrer vier !!! SängerInnen. Dieser waren offenbar mit einem rollenden Kleiderschrank in der Größe eines LKW-Zuges unterwegs, denn nach jedem Song wurden die glamorösen/extravaganten Kostüme gewechselt und sorgten für ein erstes optisches Highlight des Nuke 2009.

Die ausgelassene Stimmung schlug dann nach 21.00 Uhr schlagartig in Massenhysterie um, als Jan Delay mit seiner Disko Nr. 1 die Bühne betrat. Türlich, Türlich eröffnet ein Konzert der Extraklasse, das sowohl musikalisch als auch optisch begeisterte. Die geborene Rampensau Jan Delay hatte das Publikum nach zwei Sekunden im Griff und ließ es bis zum viel umjubelten Finale mit Irgendwie Irgendwo Irgendwann nicht mehr los. Vergessen die Zeit als Sänger der Beginner zauberten die Hamburger eine funkige Show der Extraklasse auf die Bretter und brachten das berstend volle Haus zu Überkochen. Der Mix aus Songs des letzten Albums, einigen Covers und neuem Material vom demnächst erscheinenden Album Wir Kinder vom Bahnhof Soul ließ die Temperaturen im Festivalzelt in nie gekannte Höhen schwellen.

Moby überraschte dann gleich doppelt. Aggressiv wie ein hungriger Tiger stürmte der New Yorker die Bühne um mit ebenso aggressiven Sound seine Songs auf ein Festivalformat zu reduzieren. Leider litt zumindest zu Beginn der Show die Fragilität und sich auf Platte langsam entfaltende Schönheit seiner sphärischen Sounds etwas unter der gut gemeinten Wucht. Doch das Set aus alten Perlen und allen Hits machte musikalische Schwächen wett und hinterließ ein naßgeschwitzes aber glückliches Publikum. Alles in allem ein grandioser Start in das Festival, beim Umzug nach Wiesen erwiesen die Veranstalter ein glückliches Händchen.

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