Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Waffen- und Monturdepot neu aufgestellt

Türken, Preußen und Franzosen. 300 Jahre Militärgeschichte der Esterházy. Jetzt auf Burg Forchtenstein.

Von der Militärtradition und dem Einsatz der Familie Esterházy an der Seite der Habsburger zeugt eine der größten privaten Waffensammlungen Europas auf Burg Forchtenstein. Die Esterházy waren im 17. Jahrhundert ständig der Bedrohung durch die Osmanen ausgesetzt und musste ihre Ländereien verteidigen. Aber auch gegen Preußen und Franzosen standen sie an der Seite der Habsburger – mit Truppen und Ausrüstung.

Nun wird in den generalsanierten und restaurierten Räumlichkeiten das historische Waffen- und Monturdepot neu präsentiert. Der zeitliche Bogen der gezeigten Objekte spannt sich vom Dreißigjährigen Krieg bis in das späte 19. Jahrhundert.

Von Krönungen, Beutestücken und Ehrengarden

Die Neuaufstellung beinhaltet neben einer beeindruckenden Fülle von militärischen Ausrüstungsgegenständen auch erstmals gezeigte Exponate. Eines davon ist die älteste original erhaltene ungarische Krönungsfahne. Sie wurde von Nikolaus Esterházy (1583-1645), dem späteren Palatin, am 1. Juli 1618 bei der Krönung von Ferdinand II. zum ungarischen König getragen. Da die Fahnenträger ihre Fahnen nach der Krönungszeremonie behalten durften, wurde das kostbare Objekt auf Burg Forchtenstein verwahrt, wo es sich bis heute in der Fahnensammlung erhalten hat.
Das Fahnenblatt zeigt rechts oben die Aufschrift „Regni Hungariae“ und darunter das ungarische Wappen mit der Stephanskrone, umfangen von einem Lorbeerkranz mit Früchten. Die Darstellung der Krone ist eine der schönsten und authentischsten Kronendarstellungen des 17. Jahrhunderts.

Ein weiteres neues Exponat ist das Mannschaftszelt Nr. 16 der preußischen Infanterie aus der Mitte des 18. Jahrhunderts, das im Siebenjährigen Krieg in der Schlacht von Hochkirch erbeutet wurde.

Beeindruckend ist auch die Ausrüstung der „Leopoldinengarde“, die 1806 anlässlich der Hochzeit von Prinzessin Leopoldine mit Moritz Liechtenstein von ihrem Vater Fürst Nikolaus II. Esterházy ins Leben gerufen wurde. Dafür wurden u.a. eigens neue Raupenhelme, Taschen, Reitzeuge sowie Pferdegeschirre angeschafft und noch im selben Jahr auf Burg Forchtenstein zur Verwahrung untergebracht.

Prinz Louis Esterházy – der militärischen Tradition Verpflichtet

Die Esterházy Fürsten standen seit dem 17. Jahrhundert an der Seite der Habsburger und waren hohe militärische Würdenträger. So auch Prinz Louis Esterházy (1844 – 1912), Sohn von Paul III. Anton Esterházy, der sowohl den Rang des Kapitäns der königlichen ungarischen Leibgarde bekleidete sowie den eines Generals der Kavallerie. Anhand von Objekten aus seinem Nachlass können nun auch die letzten großen militärgeschichtlichen Ereignisse der k. u. k. Monarchie im 19. Jahrhundert illustriert werden.
Nicht zuletzt erwarten den Besucher erstmals Einblicke in die historische Lederkammer sowie in ein Schaudepot.

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