Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Die Abenteuer des braven Soldaten Schwejk

Schauspiel von Max Brod & Hans Reimann nach dem Roman von Jaroslav Hasek

Fr. 16. Dezember 2011, 19.30 Uhr, KUZ Güssing (Abo und freier Verkauf)

Schwejk, der schlitzohrige Söldner, führt mit subversiver Dümmlichkeit und raffiniert gespielter Hilflosigkeit inmitten der Wirren des Ersten Weltkrieges seinen ganz persönlichen Krieg gegen die Bürokratie und den Militarismus der österreichisch-ungarischen K.u.K.-Monarchie. Schwejks Blödheit ist amtsärztlich attestiert, er wird jedoch im Krieg trotzdem dem Oberstleut-nant Lukasch als Bursche zugeteilt. Alle ihm zugeteilten Aufgaben erfüllt Schwejk eifrig und über Gebühr und führt damit ihre Sinnhaftigkeit ad absurdum. Er ist ein Meister darin, sich dumm zu stellen und freut sich darüber, dass Lukasch ihn für einen Idioten hält, denn nur des-wegen kann er sagen, was er will. Dauernd fällt ihm eine Anekdote ein, mit der er die ganze Lächerlichkeit des Patriotismus und Militarismus bloßstellen kann. Mit zahlreichen „Beispielen“ entlarvt er die Dummheit der Vorgesetzten und deren patriotische Phrasen. Mit Witz und Phantasie gewinnt der „kleine Mann“ gegen die „Herren“ und rettet sich mit seinem Humor über das Chaos des Krieges.

„Es gibt in der Weltliteratur Helden, die ihren Büchern entstiegen sind, sich mitten unter den Menschen angesiedelt haben und ihr eigenes Leben führen, unabhängig von ihrem Autor und dessen Sujet. Alles, was dafür nötig ist, haben sie: einen eigenen Charakter, ein unverwechselbares Äußeres, eine eigene Art zu denken und zu handeln.“, schreibt der russische Autor Daniil Granin über die von Jaroslav Hašek geschaffene Figur des Schwejk und stellt den Prager Hundehändler in eine Reihe mit Don Quijote, den drei Musketieren, Hamlet, Faust und Oblomov.
Max Brod und Hans Reimann waren die ersten, die 1928 unter Erwin Piscators Regie den „Schwejk“-Roman dramatisiert haben. Der Stoff wurde aber auch zwei Mal für das deutsche Kino verfilmt: 1960 mit Heinz Rühmann, drei Jahre später mit Peter Alexander. Unvergessen ist vielen auch die 1967 entstandene Fernsehserie mit Fritz Muliar.

Produktion: Komödie am Kurfürstendamm Berlin
Regie: Klaus Gendries, Prolog & Liedtexte von Peter Ensikat
Bühnenbild: Edda Lingner, Kostüme: Riccarda Merten-Eicher
Musik: Horst Maria Merz, Musikalische Leitung & Pianist: Peter Buchheim
Mit Walter Plathe, Maria Mallé, Frauke Büscher, Klaus Gendries, Reiner Heise, Herbert Sand, Marek Gierszal, Alexander Rogge und Felix Zühlke sowie dem Hund Robbi

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