Kulturgericht

Kunst und Kultur im Burgenland

Let’s make money

Erstmals Filmpräsentation im Rahmen des eu-art-network in der Cselley Mühle Oslip am Freitag, 26. August ab 19.00 Uhr, anschließend Diskussionsrunde mit dem Regisseur Erwin Wagenhofer

Der Filmemacher Erwin Wagenhofer ist am Freitag, 26. August 2011 Gast im Rahmen des eu-art-network in der Cselley Mühle Oslip. Das Thema des Kunst-Symposions 2011 lautet „GELD-MACHT-GIER“, der Film soll auch für die Teilnehmer als Impuls dienen.

„Wir freuen uns sehr, dass Erwin Wagenhofer trotz seines vollen Terminkalenders zu unserem Symposion kommt!“ sagt Christa Prets, Präsidentin des eu-art-network. „Wir werden am Freitag Abend seinen Film „Let’s make MONEY“ zeigen und danach die Möglichkeit zur Diskussion mit ihm haben.“

Gerade in diesen Tagen, wo uns täglich neue Horror-Meldungen aus der Finanzwelt erreichen und sich das Gefühl breit macht, dass es für den Einzelnen kaum möglich ist, sich im Kreis-lauf von Ratings und Renditen auszukennen, soll dieser Film konkrete Orientierungspunkte geben.

„ Daher richtet sich die Einladung nicht nur an unsere Künstler, sondern an alle Interessierten, die sich mit „Let’s make MONEY“ ihre eigene Meinung bilden möchten“, so Prets abschließend.

Die Vorführung in der Cselley Mühle Oslip beginnt bei freiem Eintritt um 19.00 Uhr.
www.eu-art-network.eu

ZUM FILM:
Let’s make MONEY folgt dem Weg unseres Geldes, dorthin wo spanische Bauarbeiter, afrikanische Bauern oder indische Arbeiter unser Geld vermehren und selbst bettelarm bleiben. Der Film zeigt uns die gefeierten Fondsmanager, die das Geld ihrer Kunden jeden Tag aufs Neue anlegen. Zu sehen sind Unternehmer, die zum Wohle ihrer Aktionäre ein fremdes Land abgrasen, solange die Löhne und Steuern niedrig und die Umwelt egal ist. Wir erleben die allgegenwärtige Gier und die damit verbundene Zerstörung, die mit unserem Geld angerichtet wird.
Der Film zeigt uns mehrere Ebenen des Finanzsystems. Wir erfahren auch, warum es auf dem Globus zu einer unglaublichen Geldvermehrung gekommen ist. Wir lernen deren Konsequenzen für unser Leben kennen. Täglich werden Milliardensummen, die möglichst hoch verzinst werden sollen, mit Lichtgeschwindigkeit um den Globus transferiert. Let’s make MONEY zeigt uns einige Zwischenstationen dieser Geldvermehrungsreise, wie die Schweiz, London oder Jersey. Warum ist die Kanalinsel das reichste Land Europas? Steueroasen nutzen Konzerne und Reiche, um Steuern zu sparen. Bislang hat die Politik dies nicht verhindert. Dabei setzten die Regierungen die Spielregeln für das weltweite Geldsystem fest. Seit den 70er Jahren erleichterten sie den Geldfluss und schufen so die Grundlage für den Boom der weltweiten Finanzindustrie mit ihren Zentren in London, New York oder Frankfurt. Es ging dabei immer um Interessen von wenigen Mächtigen. So konnten der Internationale Währungsfonds und die Weltbank vielen Entwicklungsländern eine Privatisierung von Altersvorsorge, Stromerzeugern oder Baumwollfabriken aufzwingen, nachdem deren Regierungen durch eine hohe Verschuldung erpressbar geworden waren. Dies eröffnet neue Anlagemöglichkeiten für unser Geld. Doch dieser „Ausverkauf“ von sozialen Errungenschaften wie Gesundheitssystem, Pensionswesen, Energieversorgung und öffentlicher Verkehr passiert nicht nur in der fernen „dritten“ Welt. Wir alle sind direkt davon betroffen. Und genau davon handelt der Film: Wir erleben keine Finanzkrise, sondern eine Gesellschaftskrise – die wir mit unserem Geld beeinflussen können.

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